Hintergrund

Hintergrund Das Mediensystem Nordkoreas

Stand: 28.08.2007 03:33 Uhr

Radios und Fernseher in Nordkorea dürfen ausschließlich die staatlich kontrollierten Sender empfangen. Wer als Privatperson ausländische Stationen abhört, begeht "Landesverrat" und riskiert die Einweisung in ein Arbeitslager.

Die nordkoreanischen Medien berichten weder über die wirtschaftlichen Probleme des Landes noch die seit Jahren anhaltenden Hungersnöte.

Nach BBC-Angaben besteht die Arbeit der Tagespresse in Nordkorea lediglich aus schmeichelhaften Berichten über Arbeit und Verdienste des "Geliebten Führers" Kim Jong Il – sie sind demnach reine Propagandabetriebe.

Im Ausland bekannt sind vor allem die Verlautbarungen der Tageszeitungen über die Nuklearpolitik Nordkoreas. Die Blätter dienen also nicht nur als Propagandainstrument nach innen, sondern sind auch ein Instrument der Außenpolitik.

Praktisch kein Internet

Privatpersonen haben keine Zugang zum Internet. Staatschef Kim Jong Il zufolge sind aber mehrere hundert Regierungscomputer ans Web angeschlossen. Und angeblich unterhält die Regierung einen eigenen Webserver. Das Internet-Länderkürzel "kp" ist zwar 1999 von der Internetbehörde IANA an Nordkorea vergeben worden. Doch existiert bislang keine einzige Website, die das Länderkürzel auch verwendet. Sogar die Regierungswebsite Nordkoreas (korea-dpr.com) wird vom Ausland aus betrieben.

Vater Kim und Sohn Kim im Netz vereint - auf der Website der Staatsführung
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Die nordkoreanischen Medien wetteifern miteinander, wenn es um Anbetung und Huldigung der Staatsführung geht. Entsprechend die Aufmachung der Regierungswebsite, die aber nicht im Inland betrieben wird.

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