Hintergrund

Hintergrund Die Al-Aksa-Brigaden

Stand: 27.08.2007 00:47 Uhr

Die Al-Aksa-Brigaden (auch "Brigaden der Al-Aksa-Märtyrer") gehören zu den militantesten palästinensischen Organisationen. Sie traten zunächst fast ausschließlich im Westjordanland auf und bekannten sich zu zahlreichen Anschlägen auf jüdische Siedler und israelische Besatzungstruppen, werden aber auch für blutige Anschläge in Israel verantwortlich gemacht.

Die Al-Aksa-Brigaden gelten als bewaffneter Arm der Fatah-Bewegung, die wiederum der wichtigste Teil der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO ist. Chef der PLO ist Palästinenser-Präsident Machmud Abbas. Wie sein Vorgänger in beiden Ämtern, Jassir Arafat, gehörte er zu den Gründern der Fatah.

Name soll an Unruhen erinnern

Die Al-Aksa-Brigaden traten erstmals im Juni 2001 unter diesem Namen in Erscheinung. Als Vorläufer gelten kleine Gruppen wie die "Brigade der Rückkehr“, die "Saladin Brigaden“ und die "Märtyrer Chaled Ekr Brigaden“. Der Name Al-Aksa-Brigaden soll an die schweren Unruhen am 29. September 2000 auf dem Tempelberg (arabisch: Haram el Scharif) erinnern, bei denen die israelische Polizei mindestens fünf Palästinenser tötete. Die Al-Aksa-Moschee auf diesem kleinen Plateau in der Altstadt Jerusalems gilt als drittwichtigstes Heiligtum des Islam.

Arafat ging nicht entschlossen gegen Brigaden vor

Alle Angehörigen der offenbar nicht streng organisierten Gruppe gelten als Mitglieder der Fatah-Organisation. Im April 2002 bezeichneten die Brigaden den derzeit in Israel inhaftierten Fatah-Chef des Westjordanlands, Marwan Barghuti, als ihren Anführer. Palästinenser-Präsident und Fatah-Gründer Jassir Arafat hatte sich stets von den Anschlägen der Organisation distanziert. Er ging jedoch - auch nach palästinensischer Einschätzung - nicht ernsthaft gegen die Militanten in den eigenen Reihen vor.

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