Am 25. Februar 2007 fliegt "Rosetta" in nur 250 Kilometer Entfernung am Mars vorbei - und schießt nebenbei noch dieses Foto unseres Nachbarplaneten .  | Bildquelle: picture alliance / dpa

Zukunftspläne der NASA Nach 2030 soll es zum Mars gehen

Stand: 10.02.2016 01:39 Uhr

Die US-Raumfahrtbehörde verfolgt große Ziele. Das wichtigste sei, so NASA-Chef Bolden, der bemannte Flug zum Mars. Doch Kritiker zweifeln an diesem Plan, weil Mittel und Technik dafür auf absehbare Zeit fehlen dürften.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Der Mars bleibt das große Ziel der NASA, aber es ist bei weitem nicht das einzige. Der Budgetplan für das nächste Jahr ist umgerechnet fast 17 Milliarden Euro schwer und hat Geld für eine Vielzahl von Spielwiesen: Die NASA plant ein neues Weltraum-Teleskop, Forschungsmissionen zu entfernten Planeten, sie analysiert den Klimawandel auf der Erde, entwickelt sparsamere Flugzeuge und neue Kontrollsysteme für die Luftfahrt.

NASA-Chef Charles Bolden findet, das passt alles wunderbar zusammen. Die NASA hole das meiste raus aus dem Geld, das in sie investiert werde: "Wir können laufen und gleichzeitig Kaugummi kauen. Damit meine ich: Wir erreichen alle Nutzen auf der Erde, während wir weiter ins Universum vordringen. Näherkommen, Menschen zum Mars zu schicken, um einige der ältesten Fragen zu beantworten - wie: Ob wir allein sind im Universum."

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Am 1. Oktober 1958 gründete Präsident Dwight D. Eisenhower die US-Raumfahrtbehörde "National Aeronautics and Space Administration", kurz NASA. | Bildquelle: picture-alliance / akg-images

Zweifel an den Plänen der NASA

Erreicht die NASA aber ihre Ziele wirklich? Daran gibt es Zweifel. Das wurde in einer Anhörung im Kongress deutlich. Besonders der Plan für eine Reise zum Mars steht heftig in der Kritik. Paul Spudis ist Wissenschaftler am "Lunar- and Planetary-Institute" in Texas. Er meint:

"Wir geben vor, auf der Reise zum Mars zu sein. Aber wir haben weder Technik noch Mittel, die nötig sind, um eine Mission zum Mars zu unternehmen, weder jetzt noch in absehbarer Zukunft."

Die NASA entwickelt zurzeit eine schwere Trägerrakete und eine Raumkapsel, die Astronauten tief ins Weltall bringen soll. Der erste Testflug mit Astronauten ist frühestens 2021 geplant. Allerdings: Für eine Reise zum Mars ist die Raumkapsel gar nicht ausgelegt. Spudis rät darum dazu, eher wieder zum Mond zu schauen:

"Die USA halten sich selbst für einen Anführer im Weltall, aber unser fehlender Fokus und die strategische Verwirrung untergraben das. Europa, Indien, Russland und China haben Interesse an Mond-Missionen. Dabei geht es nicht nur darum, neue Welten zu besetzen, sondern darum, den Mond nutzbar zu machen. Wie können wir technische und wissenschaftliche Führerschaft im Weltall beanspruchen, wenn wir uns scheuen, in der Arena 'Mond' mitzuspielen?"

Asteroide einfangen - Vorübung für den bemannten Flug zum Mars

Statt des Mondes stehen für die NASA bisher Asteroiden auf dem Plan: Sie will, dass Astronauten einen Asteroiden einfangen und untersuchen. Experten bezweifeln, dass das einen wissenschaftlichen Zweck hat. Die NASA plant das als wichtige Übung auf dem Weg zum Mars. Der bemannte Flug zum Mars ist für die Jahre nach 2030 vorgesehen.

NASA-Chef Bolden lässt sich von den Kritikern nicht beirren. Er sagte, es gebe breite Unterstützung für dieses Ziel - im Kongress, bei Wissenschaftlern, in der Industrie: "Das liegt unter anderem daran, dass unser Plan klar ist, bezahlbar, zukunftsfähig und erreichbar. Ein anderer Grund: Mars ist wichtig."

Wie wichtig Mars ist, wird sich spätestens im nächsten Jahr zeigen. Dann gibt es einen neuen Präsidenten - und damit die Chance für neue Ziele für das amerikanische Raumfahrt-Programm.

Zum Mars - aber wie?
J. Bösche, ARD Washington
10.02.2016 00:08 Uhr

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