Japan: Jahrestag des Tsunamis

Ein Jahr nach der Katastrophe Japan schweigt und gedenkt der Opfer

Stand: 11.03.2012 09:03 Uhr

Mit einer Schweigeminute haben die Japaner ihrer Opfer der Tsunami-Katastrophe von vor einem Jahr gedacht. Um 14.46 Uhr Ortszeit (06.46 Uhr MEZ) hatte am 11. März 2011 ein Erdbeben der Stärke 9,0 das Land heimgesucht. Durch den dadurch ausgelösten Tsunami starben 19.000 Menschen. In Fukushima kam es zum größten nuklearen Unglück seit Tschernobyl.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

1200 geladene Gäste hatten sich in Tokio zur zentralen Gedenkveranstaltung versammelt. Es waren vor allem Angehörige der rund 19.000 Opfer der Erdbeben und Tsunami-Katastrophe, die in Japan offiziell das "große Ost-Japan Beben" genannt wird.

Um 14.46 Uhr, exakt zu dem Zeitpunkt, als sich das Erdbeben der Stärke 9,0 vor einem Jahr ereignete, verharrten die Menschen im ganzen Land in einer Minute der Stille, um an das Leid zu erinnern, das die dreifache Katastrophe über den Nordosten Japans gebracht hatte.

Japan ein Jahr nach der Katastrophe
tagesthemen 22:45 Uhr, 11.03.2012, Philipp Abresch, ARD Tokio

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kaiser Akihito spricht Mitgefühl aus

In seiner kurzen Ansprache auf der zentralen Gedenkveranstaltung in Tokio betonte der japanische Kaiser Akihito: "Es ist ein Jahr vergangen seit dem großen Ost-Japan-Beben. Viele Menschen haben dadurch ihre geliebten Angehörigen verloren." Den Betroffenen sprach der Tenno sein tiefes Mitgefühl aus. Neben den Folgen der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe ging er auch kurz auf den Atomunfall ein und betonte zum Schluss, dass ein Leben in Sicherheit das Wichtigste ist.

Tenno Akihito konnte an der Veranstaltung nur kurz teilnehmen, weil er sich von einer Bypass-Operation erholen muss. Aber es war ihm ein wichtiges Anliegen, persönlich zu sprechen. Das kaiserliche Paar war bereits im April in die betroffenen Gebiete gereist, hatte den Menschen in den Turnhallen Mut zugesprochen. Das rechnen die Japaner dem Staatsoberhaupt hoch an.

Gedenkfeiern am Jahrestag des Tsunamis
P. Kujath, ARD Tokio
11.03.2012 22:21 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Auch der Einsatz der Jieitai, der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte, wird von beinahe 100 Prozent der Bevölkerung positiv bewertet. Unmittelbar nach der Katastrophe versorgten sie Verletzte, suchten in den Trümmern nach Überlebenden und unterstützten die obdachlos gewordenen Menschen.

Die Politiker in Tokio schneiden hingegen wesentlich schlechter ab. Weniger als 10 Prozent zeigen sich mit der Arbeit der Regierung zufrieden. Premierminister Yoshihiko Noda sagte während seiner Ansprache auf der zentralen Gedenkfeier in Tokio: "Wir werden alle notwendige Hilfe bereitstellen, um die betroffenen Gebiete zu unterstützten."

Es gehe darum, bei dem Wiederaufbau der Heimat zu helfen, um diese Orte zu sicheren und zu lebenswerten Plätzen zu machen. Der Kampf gegen die Atomkatastrophe gehe ebenfalls weiter, betonte er.

Tepco entschuldigt sich erneut

Unter den Gästen war auch der Aufsichtsratsvorsitzende von Tepco, dem Betreiber des havarierten AKWs Fukushima 1. Das Erdbeben wie der Tsunami hatten die Stromversorgung in der Anlage unterbrochen. Da auch die Notstromgeneratoren betroffen waren, kam es in den Reaktoren zur mehrfachen Kernschmelze.

Gedenken.
galerie

Landesweit gedachten die Japaner ihrer toten Landsleute.

Der Energiekonzern veröffentlichte heute erneut eine Entschuldigung für die Ängste und Sorgen, die die Atomkatastrophe mit sich gebracht hat. Insgesamt waren rund 160.000 Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Trotz der zum Ausdruck gebrachten Anteilnahme kommen die Entschädigungszahlungen aber nur langsam voran.

In den drei am stärksten betroffenen Präfekturen in Iwate, Miyagi und Fukushima fanden eigene Gedenkveranstaltungen statt. In Ishinomaki legten die Menschen Blumen auf einem kleinen Hügel nieder, von dem aus man das heute ruhig daliegende Meer überblicken kann. Auf die Frage wie es ihr ein Jahr danach gehe, betonte eine Mutter, was für ein Glück es sei, dass sie alle gesund seien.

Darstellung: