Ein bewaffneter Polizist in den Straßen von Paris | Bildquelle: AFP

Nach Terroranschlägen von Paris Wieder viele Razzien in Frankreich

Stand: 17.11.2015 12:34 Uhr

Mit 115.000 Polizisten und Soldaten setzt Frankreich die islamistische Szene im Land unter Druck. 128 Wohnungen wurden durchsucht. Premier Valls kündigte an, "nie dagewesene Mittel" in Sicherheitsbehörden zu investieren. Dafür werde das EU-Budgetziel zwangsläufig verfehlt.

Tag vier nach den Terroranschlägen in Paris hat mit weiteren Hausdurchsuchungen im gesamten Land begonnen. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, 128 Wohnungen und Häuser seien überprüft worden. Landesweit seien 115.000 Polizisten und Soldaten mobilisiert worden. Bereits am Montag hatte es Razzien im ganzen Land gegeben. 23 Menschen wurden festgenommen und 31 Waffen gesichert, darunter eine Panzerfaust und ein Raketenwerfer.

Mögliches weiteres Täterfahrzeug entdeckt

Im 18. Arrondissement von Paris stellte die Polizei am Dienstagmorgen ein Auto sicher, das möglicherweise bei der Vorbereitung der Anschläge genutzt wurde. Nach Angaben von Polizeikreisen wurde der schwarze Renault Clio im Vorfeld der Attentate auf der Autobahn 1 gesichtet, die Paris mit Belgien verbindet. Es seien aber weitere Untersuchungen notwendig.

Reaktionen auf Anschläge in Paris
tagesschau 12:00 Uhr, 17.11.2015, Antraud Cordes-Strehle, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Cazeneuve nahm die Sicherheitsbehörden gegen Kritik in Schutz. Die Anschläge seien im Ausland vorbereitet worden und die Attentäter hätten Menschen mobilisiert, die den französischen Diensten nicht bekannt gewesen seien.

Fahndung nach Salah Abdeslam

Fahndungsfoto von Salah Abdeslam | Bildquelle: dpa
galerie

Sicherheitsbehörden fahnden weiter nach dem 26-jährigen Abdeslam Salah.

Die Polizei fahndet international weiter nach dem flüchtigen Komplizen der Attentäter, die am Freitagabend in Paris 129 Menschen getötet hatten, darunter mindestens zwei Deutsche. Der Belgier Salah Abdeslam wird mit Haftbefehl gesucht. Er ist ein Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris. Ein Sondereinsatz der Polizei mit Hausdurchsuchungen hatte am Montag keinen Erfolg gebracht. Die belgische Polizei veröffentlichte heute ein neues Fahndungsfoto des 26-Jährigen und warnte: "Salah Abdeslam wird als gefährlich eingestuft und könnte schwer bewaffnet sein." Wer wisse, wo sich Abdeslam aufhalte, solle sich bei der Polizei melden.

Belgien veröffentlicht Namen von Terrorverdächtigen

Von zwei am Samstag verhafteten Terrorverdächtigen veröffentlichte die belgische Polizei unterdessen die Namen: Es handelt sich um den 27-jährigen Mohammed Amri und Hamza Attouh, 21 Jahre alt. Sie stammen ebenfalls aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Den Männern wird im Zusammenhang mit den Anschlägen vorgeworfen, an einem Terroranschlag und einer terroristischen Vereinigung beteiligt gewesen zu sein. Ob bei Durchsuchungen Sprengstoff in den Wohnungen der Verdächtigen gefunden wurde, wollte die Staatsanwaltschaft nicht sagen.

Ein Drahtzieher der Attacken könnte der gesuchte belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud sein. Der 28-Jährige, der als meistgesuchter Islamist Belgiens gilt, soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten und dort für den IS gekämpft haben. Auch dass es noch weitere Hintermänner gibt, schließen französische Behörden nicht aus: "Wir wissen nicht, ob es Komplizen jener gegeben hat, die getötet haben", sagte Premierminister Manuel Valls.

Frankreich wird EU-Budgetziel verfehlen

Um den Einsatz der Sicherheitsbehörden zu unterstützen, kündigte der französische Premier an, die Mittel für Polizei, Gendarmerie und Geheimdienst aufzustocken. Den Behörden müssten "noch nie dagewesene Mittel" zur Verfügung gestellt werden, sagte Valls. Da im Gegenzug nicht bei anderen Ressorts gekürzt werde, werde Frankreich "zwangsweise" seine europäischen Haushaltsziele nicht einhalten können. "Wir müssen das annehmen und Europa muss das verstehen", sagte Valls.

Präsident Francois Hollande hatte am Montag in seiner Rede vor dem Parlament bereits die Schaffung von 8500 neuen Stellen bei den Sicherheitsbehörden und in der Justiz angekündigt.

Darstellung: