Philippinischer Präsident Duterte

Duterte droht Drogendealern "Ich bringe euch alle um"

Stand: 05.08.2016 12:00 Uhr

Mit Waffengewalt will der neue philippinische Präsident Duterte den Drogenhandel stoppen. "Ich bringe euch alle um", drohte er allen Dealern. Menschenrechte seien ihm egal. Seit Dutertes Amtsantritt wurden bereits 400 Drogenhändler getötet.

Der neue philippinische Präsident Rodrigo Duterte verschärft seinen Kampf gegen Drogenhändler. "Ihr Hurensöhne, ich bringe euch echt alle um", sagte der Staatschef in einer Rede. "Wenn ihr Ämter bekleidet, Soldaten, Polizisten oder Bürgermeister seid, seid ihr als erstes dran." Er bestätigte gegenüber Journalisten zudem, dass er die Anweisung gegeben habe, Drogenhändler zu erschießen. Das gelte ausdrücklich auch für Politiker, die in den illegalen Drogenhandel verwickelt seien. "Menschenrechte sind mir egal", fügte er hinzu.

Duterte hatte im Wahlkampf unter anderem versprochen, die Kriminalität zu stoppen, und war im Mai mit großer Mehrheit gewählt worden. Seit seinem Amtsantritt Ende Juni wurden mehr als 400 mutmaßliche Drogendealer getötet. Niemand wurde für diese Taten zur Rechenschaft gezogen. Duterte erklärte, dass die meisten der getöteten Drogendealer und Drogenabhängigen in Feuergefechten mit der Polizei getötet worden seien, in denen sie sich zur Wehr gesetzt hätten. Aber es habe sicherlich auch illegale Tötungen gegeben, die die Regierung untersuchen werde.

Menschenrechtler: Duterte duldet Todesschwadronen

Frau hält getöteten Mann in Manila im Arm
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Diese Frau trauert in Manila um ihren Partner, der von unbekannten Schützen mit dem Vorwurf erschossen wurde, ein Drogenhändler zu sein.

Menschenrechtler werfen Duterte vor, Todesschwadronen zu dulden. Auch in der Stadt Davao, wo Duterte vor seiner Wahl zum Präsidenten Jahrzehnte lang Bürgermeister war, wurden mehr als 1000 Kleinkriminelle auf der Straße oder in ihren Hütten ermordet. Die Täter entkamen immer. Familien und Augenzeugen trauten sich selten, Aussagen zu machen.

Duterte hat zuletzt auch fünf ranghohe Polizeioffiziere des Drogenhandels bezichtigt. Sie haben sich den Ermittlungen ebenso gestellt wie ein beschuldigter Bürgermeister. Duterte habe Dutzende weitere Würdenträger auf seinen Listen. Die Namen werde er in Kürze veröffentlichen, sagte sein Sprecher.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. August 2016 um 13:22 Uhr

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