Flaute im Luftfrachtgeschäft Boeing halbiert Produktion von 747-8

Stand: 22.01.2016 11:53 Uhr

Er startete als Hoffnungsträger, doch die Nachfrage nach Riesen-Jets wie Boeings Jumbo ist geringer als erwartet. Wegen ausbleibender Neuaufträge streicht der Flugzeugbauer Boeing die Produktion seines größten Flugzeugtyps 747-8 kräftig zusammen.

Eigentlich wollte Boeing mit dem 747-8 dem Airbus A380 Paroli bieten, der dem Jumbo den Titel des weltgrößten Passagierjets abjagte. Der modernisierte und sparsamere Jumbo hob 2011 erstmals ab, die Lufthansa war der erste Kunde der Passagierversion. Von den 121 Bestellungen, die Boeing einsammelte, entfiel allerdings der Großteil auf die Frachtvariante.

Kaum noch Interessenten

Boeing 747-8 | Bildquelle: AFP
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Eine Boeing 747-8 beim Start in Everett, Washington 2009

Doch für die jüngste Generation des einst größten Verkehrsprojekts der Welt findet Boeing kaum noch Interessenten. Während die Zahl der Flugpassagiere weltweit steige, sei die Erholung im Frachtgeschäft zum Stillstand gekommen, sagte der Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte von Boeing, Conner. Das Unternehmen musste handeln und fährt die Produktion schrittweise herunter. Anfangs wurden noch zwei Maschinen pro Monat gebaut, ab März soll es nur noch eine monatlich sein. Ab September sollen nur noch sechs Maschinen pro Jahr die Werkshallen verlassen, teilte der Flugzeugbauer in Chicago mit. Derzeit werden jährlich noch mehr als 15 Stück gefertigt.

Flaute wird teuer

Die mangelnde Nachfrage kommt den Konzern teuer zu stehen: Wegen der Produktionskürzung verbucht Boeing eine Einmalbelastung in Höhe von 569 Millionen US-Dollar nach Steuern. Der Konzern will seine Jahreszahlen und eine Prognose für das laufende Jahr Ende Januar bekannt geben.

Die fehlende Nachfrage nach Riesenjets macht aber auch Airbus zu schaffen. In den kommenden Jahren dürfte die Menge von zuletzt 27 ausgelieferten Maschinen pro Jahr auf etwa 20 Flugzeuge sinken, kündigte Airbus an.

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