Anke Engelke mit Hebammen in Sierra Leone

60 Jahre "action medeor" in Tönisvorst: Wie die Zukunft der Hilfsorganisation aussieht

Stand: 20.03.2024, 06:00 Uhr

Fast 25.000 Tonnen Hilfsgüter kamen vom Niederrhein in die ganze Welt, bilanziert "action medeor". Damit noch mehr Hilfe ankommt, will die Organisation ihre Lager in Entwicklungsländern ausbauen.

Von Joscha Weidenfeld

1964 hatten engagierte Bürger um den Vorster Arzt Ernst Boekels den Verein gegründet, um übrig gebliebene Medikamente nach Afrika zu schicken.

Heute gilt "action medeor" als "Notapotheke der Welt" und leistet Entwicklungshilfe vor Ort, die leider nötig sei, sagt Organisationspräsident Siegfried Thomaßen: "Manchmal ist es frustrierend, dass die Katastrophen nicht abnehmen. Deshalb sehen wir bei action medeor unsere Aufgabe, uns dem zu stellen."

Viele Krisenherden erschweren die Arbeit

Vor allem die vergangenen Jahre seien für die Hilfsorganisation besonders herausfordernd gewesen, sagt Vorstandssprecher Sid Peruvemba. Vom Krieg in der Ukraine über die Katastrophengebiete in der Türkei, Syrien, Afghanistan, Libyen und Marokko bis zum wieder aufflammenden Nahost-Konflikt: All die Krisen dieser Welt haben den Helfern viel abverlangt.

"Und die Katastrophen scheinen sich zu verändern. Die Flexibilität von action medeor ist verlangt und leider sehe ich auch, dass wir die nächsten Jahre gebraucht werden." Siegfried Thomaßen, Präsident von "action medeor"
Action Medeor Anfänge, Mitte der 60er Jahre

Die Anfänge von action medeor Mitte der 1960er Jahre

Neben der Nothilfe in Krisen- und Katastrophenfällen werden auch humanitäre Projekte in Entwicklungsländern ausgebaut. Beispiele dafür seien etwa der Betrieb einer Hebammenschule in Sierra Leone oder die Produktion von Blutanalyse-Reagenzien in Tansania – die erste ihrer Art in Ostafrika.

Zukunftspläne der niederrheinischen Hilfsorganisation

Lager Action Medeor heute

Die heutige Lagerhalle der Organisation

Die Organisation will ihre Lager-, Produktions- und Ausbildungsstätten in Entwicklungsländern ausbauen. Ein Vorstandsmitglied verlagert dafür seinen Arbeitsplatz für mindestens vier Jahre nach Tansania. Die Nothilfe in Krisen- und Katastrophenfällen soll damit weiter verbessert werden.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter
  • action medeor

60 Jahre "action medeor"

WDR Studios NRW 19.03.2024 00:43 Min. Verfügbar bis 20.03.2026 WDR Online


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