Attacke auf Mann und Hund - Umweltministerium bezweifelt Wolfsangriff in Elbe-Elster

So 17.12.23 | 12:32 Uhr
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Archivbild: Die Morgensonne scheint in einen Wald im Landkreis Oder-Spree im Osten des Landes Brandenburg. (Quelle: dpa/Pleul)
Video: rbb|24 | 16.12.2024 | Material: rbb24 Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Pleul

Ein Mann und sein Hund sind in einem Wald in Elbe-Elster von einem Tier angegriffen worden. Seitdem wird gerätselt, ob es sich um eine Wolfsattacke handelte. Das Umweltministerium hat Zweifel, der Bauernverband fordert mehr Untersuchungen.

  • Umweltministerium geht wegen Statistik nicht von einem Wolfsangriff aus
  • Ergebnisse der Untersuchungen des Landesumweltamtes ab Montag erwartet
  • Bauernverband fordert zusätzliche Untersuchung durch Dritten

Das Umweltministerium in Brandenburg geht nicht davon aus, dass der Angriff auf einen Menschen und seinen Hund in einem Wald in Elbe-Elster vergangene Woche von einem Wolf ausging. "Wir halten das zunehmend für unwahrscheinlich", sagte ein Sprecher dem rbb.

Die Annahme begründe sich vor allem darin, dass es innerhalb eines Jahres in Brandenburg mehr als 400 Angriffe von Hunden auf Menschen gegeben hätte, aber keinen einzigen von einem Wolf. Das Landesamt für Umwelt (LfU) hatte erste Ergebnisse der Untersuchungen zu dem Angriff für frühestens Montag angekündigt.

Weitere Untersuchung gefordert

Der Brandenburger Bauernverband fordert indes eine zweite Untersuchung des Geschehnisses. Die labortechnische Auswertung der Bissspuren und Gen-Proben soll erneut überprüft werden, forderte ein Sprecher des Verbandes am Sonntag. "Die Interpretation kann durchaus unterschiedlich sein", so der Sprecher.

Es sei in anderen Forschungsbereichen üblich, jemand Drittes einen Fall prüfen zu lassen. Der Verband betonte außerdem, dass schnelle Ergebnisse notwendig seien und die Aufklärung nicht verschleppt werden. Die gewerblichen und Hobby-Tierhalter seien seit dem Angriff verunsichert.

Landesumweltamt hält zusätzliche Untersuchung für unnötig

Nach Polizeiangaben vom Donnerstag war ein 47-Jähriger mit seinem Hund in einem Waldstück bei Doberlug-Kirchhain unterwegs gewesen, als er einem Tier begegnete. Es habe zunächst den Hund angegriffen. Als der Mann einschritt, ist er den Angaben zufolge mehrfach gebissen worden und hat sich schwere Verletzungen zugezogen.

Über den mutmaßlichen Angriff wurden Polizei und LfU am Mittwoch informiert. Nach Angaben des Landesumweltamtes nahmen Ärzte wegen des mutmaßlichen Wolfsangriffs von noch nicht behandelten Bisswunden Abstriche für eine genetische Analyse. Zudem wurden die Verletzungen umfassend dokumentiert. Anschließend wurden die Proben in ein Labor des Senckenberg Zentrums für Wildtiergenetik gebracht.

Das LfU hält eine weitere Untersuchung für nicht notwendig. Das Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik sei spezialisert auf solche Untersuchungen und habe mit Abstand die größte Referenzdatenbank, hieß es.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.12.2023, 11:17 Uhr

43 Kommentare

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  1. 43.

    Was ist jetzt eigentlich ihre Aussage? Wölfe töten Menschen, sind Einzelgänger und Killer??
    Wölfe sind eines der ältesten Kinder der Evolution. Wenn nur etwas von dem ganzen Blödsinn stimmen würde, wären sie längst ausgestorben, weil sie dieser Logik folgend ihr Habitat längst ausgerottet hätten. Aber das Gegenteil ist der Fall. Selbst jüngste Studien belegen, dass Wölfe ihr Habitat überhaupt erst stabilisieren. Und das ist auch nicht überraschend oder verwunderlich, wenn man mal Grimms Märchen beiseite packt und sich mit der Biologie beschäftigt.
    Und es ist nicht die Anzahl oder die Art der Hunde sondern deren Haltung oder besser „Nichthaltung“ und das Verhalten oder „Nichtverhalten“ Dritter, die zu den einzige wirklich relevanten Bissverletzungen durch Tiere bei Menschen führen.

  2. 42.

    Entweder eine ganz gefährliche Wildkatze oder eine der , durch Klimawandel, mutierten invasiven Steinläuse - das Ende ist nah und früher kam m/w wegen anderer Waldgeschichten in die Medien.
    Der Wolf bleibt eben, auch bei den auch soo tierliebenden Menschen, ein böses Ding (erinnert zu sehr an das Ding in einem) solange es doch wagt dem Menschennaturraub im Wege zu sei, pb nun Haus im Grünen, oder Jogger oder Schafe.

  3. 41.

    Was spielt die Anzahl der Hunde oder Wölfe für eine Rolle, wenn es darum geht, dass Weidetiere getötet werden? Ich dachte, es geht um das Töten an sich. Und da doch bitte seriöse Quellen bemühen. Es spielt doch keine Rolle, dass es viel mehr Hunde gibt, wenn diese Weidetiere töten und alle aber gleich meinen, es war der Wolf. Es ist eigentlich schon deshalb schlimmer, weil wir hier nicht in einem Land mit riesigen Straßenhundrudeln leben. Zum Glück. Das heißt, es steht fast immer ein Mensch hinter dem jagenden Hund

  4. 40.

    hört doch mal auf dem Tier,was immer es nun war die Schuld zu geben ohne zu wissen was tatsächlich passiert ist...dem Verletzten wünsche ich gute Besserung und besinnliche Weihnachten!

  5. 39.

    Thomas / Erkner "Fakt ist, und viele haben es schon erwähnt, dass viel mehr Menschen jährlich durch unsachgemäße Hundehaltung, als durch irgendein Wildtier verletzt werden."

    Das könnte daran liegen, dass es viel mehr Hunde als Wölfe gibt??
    ca. 5 Millionen Hunde / 1000 -2000 Wölfe? Do the math! (Wie viele sind für Sie denn "genug"?)
    - Ein sogenannter "Kampfhund" ist eine große Gefahr;
    - Aber Wölfe grundsätzlich nicht, weil "Mensch nicht im Beutschema"... come on, erzählt es eurer Großmutter!

    Zu den Zaunforderern:
    Schauen Sie sich die Zäune in Wildparks an. Wollen Sie solche Zäune um jede Viehweide?
    Ich gehe davon aus, Sie haben gar keine Ahnung davon, welchen Aufwand das bedeutet.

    Wölfe vermehren sich mit rd. 30 % Rate pro Jahr, bisher ungebremst, wenn nichts geregelt wird.
    Noch bevor wir von Gefahre für Menschen sprechen, ist das bald das Ende der Weidetierhaltung.
    Soooooo tierfreundlich (wenn man von der Wand bis zur Tapete denkt).
    Gruß und Schluß.

  6. 38.

    Wenn der Bauernverband die zweite Probe zahlt: dann go for it. Wenn wir Steuerzahler das bezahlen sollen, dann reicht eine Untersuchung.

  7. 37.

    Auch über die Wolfspopulationen und ihrer Stellung in der Evolution konnten und können sie überhaupt nichts aussagen, lediglich die Niederschrift des Menschen zu dem Thema können sie vielleicht helfen historisch Rich einzuordnen.

  8. 36.

    In Schweden hat man durch reine Abschusspolitik nichts gelöst. Es gibt auch nicht zuviele Wölfe sondern nur dem Menschen zuviele Wölfe.
    Domestizierte Tiere können sie erfolgreich mit Herdenschutzhunde (z.B. Kangals) und Hütehund schützen.
    Aber man sollte endlich aufhören den Menschen Angst vor Wölfen oder anderen Beutegreifern zu machen, nur weil man eigene Interessen verfolgt.
    Fakt ist, und viele haben es schon erwähnt, dass viel mehr Menschen jährlich durch unsachgemäße Hundehaltung, als durch irgendein Wildtier verletzt werden.
    Aber darüber das interessiert Bauernverbände nicht und deswegen verbreitet auch niemand Angst und Schrecken, aber passieren sollte da schon etwas.

  9. 35.

    ist doch klar worauf das hinaus läuft...
    "Schießt alle Wölfe ab.."
    das ist dem angeblichen Opfer sein Kalkül
    überall wird das so gemacht die Bauern stellen nur 1,50m hohe Weidezäune auf um die Herden schützen zu wollen und beklagen dann das der böse böse Wolf diesen doch so hohen Weidezaun von 1,50m überwunden hat
    schwachsinn schützt Eure Heerden mit höheren und sicheren Zäunen dann passiert weniger...
    und die anderen geht in den Wald mit angeleihnten Hunden und haltet diese Kurz wenn ein Wildtier zu vermuten ist....

    fertig und alle leben wie früher miteinander

  10. 34.

    Immer wieder witzig, wenn irgendwelche vermeintl. Wissenden mutmaßen, dass der Öffentlichkeit Fakten vorenthalten werden, die nur einem eingeweihten Kreis bekannt sind, zu dem jene sich selbstverständlich zählen. Dass Brandenburg die höchste Wolfsdichte in Europa aufweist, ist allerdings kein Geheimwissen, wie Sie hier suggerieren, sondern am Thema Interessierten längst bekannt. Und das Zitat des Heidelberger Pfarrers aus 1642 lässt sich wohl auch kaum als wissenschaftlicher Fakt darstellen, wie Moriceau es nahelegt.

  11. 33.

    Emotionslos über den Wolf zu reden bedeutet einzusehen, dass wir viel zu viele Wölfe haben. Er ist nicht böse und nicht heilig, es gibt einfach zu viele und dadurch wird es immer mehr Probleme geben. Wenn die Population reguliert wird, hilft man Mensch und Wolf. In Schweden wurde das Problem gut gelöst, angelehnt an die Bevölkerungsdichte. Da wird der Wolf nicht sich selbst überlassen. Im Moment nimmt die Population in Deutschland jährlich um 30% zu und das können wir in der Form nicht wirklich so laufen lassen wollen.

  12. 31.

    Also...
    - Märchen heißen Märchen, weil sie Märchen sind
    - Rotkäppchen gibt es nicht und gab es nie
    - Wölfe ziehen keine Wäsche von Oma an ..
    - um den Nachbarn nicht der deutschen Justiz auszuliefern, sagt man, es sei ein Wolf anstelle von Hasso..
    - wenn es tausende Angriffe und Verletzungen von Burschi und Hasso gab, aber KEINE von Wölfen, was ist dann wahrscheinlicher?
    - in dem Gebiet gibt es (angeblich) Elche, in Kleinmachnow Löwen. Mir begegnen immer nur Wildschweine. Den Optiker in KLM kann ich empfehlen ;-)

    Und ja, ich gehe bei streitenden Hunden NICHT dazwischen! Unser Hund war ziemlich weise, zu unterscheiden, wen man besser nicht anmeiert, und wo man ein Wuff platzieren kann... Aber hätte er mit dem Rottweiler der Gaststätte gestritten, wäre ich NICHT dazwischen gegangen...

  13. 30.

    Dann sollten Sie sich mal an die Fakten halten. Kein Tier ist "böse" - es sind nun mal Spitzenprädatoren - böse ist nur der Mensch, der keinen Nahrungskonkurrenten neben sich duldet!. Aber das können Sie ja nicht wissen.
    Und das Märchen vom bösen Wolf war eine Parabel auf Kinderschänder, was Sie scheinbar auch nicht wissen.

  14. 29.

    Auch Literaturwissenschaftler befassen sich mit Wölfen, wenn sie zum Beispiel die vorkommenden Wölfe in Grimms Märchen analysieren. Genauso kann ein Historiker die Wölfe in historischen Kontexten analysieren. Allerdings sagen alle diese Untersuchungen nichts über die aktuellen Wolfsrudel in Brandenburg aus. Es sei denn, man glaubt immer noch, Rotkäppchen wäre tatsächlich vom Wolf gefressen worden. Mitnichten. Es ist nur eine Parabel auf den Verführer.

  15. 28.

    Was geht das den Bauernverband an, wenn diesmal nicht, wie sonst immer behauptet, Weidetiere gerissen wurden, sondern ein Hundehalter verletzt wurde?
    Passiert übrigens 10 hoch 9 mal häufiger, dass Menschen von Hunden gebissen werden! Diese Tatsache interessiert den Bauernverband auch nicht die Bohne.

  16. 27.

    Haben Sie Moriceau tatsächlich gelesen oder nur den Buchtitel? Und schon mal was von Ammenmärchen gehört? Von Moriceau stammt übrigens auch der Band „Der fragliche Wolf: Fantasie und Realität“, leider nur auf Französisch erhältlich.

  17. 26.

    "man" ist der, der die zweite Beprobung wünscht und dafür zahlt, das kann auch das verletzte Opfer sein.
    Viel wichtiger als unnötige Diskussionen über wissenschaftliche Untersuchungs-methoden in Laboren, erachte ich die Suche nach dem Tier, das den Menschen verletzte. Egal ob es ein Wolf, ein Hund oder eine Mischung aus Wolf und Hund war, sollte Tollwut als Ursache für dieses seltsame Verhalten nicht ausgeschlossen
    werden. Ich weiß, was das bedeutet und hoffe, der Mann wurde vorsorglich gegen Tollwut geimpft.

  18. 25.

    „Von Werwölfen und dem großen bösen Wolf
    (zum 6. Band „Die Wölfe vor den Toren“)
    halten sie also auf Fakten basierende Verhaltensweisen des Wolfs???!
    Vermutlich sind dann Grimms Märchen auch mit den Niederschriften und Beobachtungen eines Alexander von Humboldt wissenschaftlich verwertbare Fakten???!

  19. 24.

    Das ist interessant, ich wusste bis heute nicht, dass Historiker sich mit Wölfen auskennen. Ich dachte, das seien eher Biologen, aber man lernt nie aus. Dass Tieren immer noch gut und böse zugeordnet wird, finde ich sehr merkwürdig, denn man kann beides nur sein, wenn es einem möglich ist, sich selbst zu reflektieren. Entweder können Tiere das, womit sie dann mit uns auf dem selben geistigen Niveau stehen, oder aber Menschen machen es sich damit leicht, sie zu verurteilen und zu töten.

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