Teilregionalplan "Erneuerbare Energie" - 32 Gebiete für Windräder in Oderland-Spree ausgewiesen

Di 30.01.24 | 18:09 Uhr
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Archivbild: Windräder an der Cottbuser Ostsee. (Quelle: imago images/Franke)
Video: Brandenburg Aktuell | 30.01.2024 | M. Lietz | Bild: imago images/Franke

Seit Jahren wird in Mixdorf gegen Windräder am Naturpark Schlaubetal gekämpft. Jetzt steht fest: Aus artenschutzrechtlichen Gründen sollen dort keine Windräder errichtet werden. Stattdessen sind 32 andere Gebiete in Ostbrandenburg vorgesehen.

Für die Landkreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland sowie die Stadt Frankfurt (Oder) steht fest, wo künftig Windräder gebaut werden können. Die Regionale Planungsgemeinschaft Oderland-Spree hat am Montagabend 32 Gebiete im Rahmen des Teilregionalplans "Erneuerbare Energien" präsentiert.

Dieser Entwurf legt unter anderem fest, welche Flächen für die Errichtung von Windkraftanlagen reserviert sind. Laut dem Plan sind 32 Vorranggebiete mit einer Gesamtgröße von fast 9.000 Hektar ausgewiesen, sagte Wolfgang Rump, Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft, am Montagabend dem rbb. "Wir können jetzt sagen, dass wir die bundes- und landesrechtlichen Flächenziele bis 2027 erfüllen werden."

Laut dem Windenergieflächenbedarfsgesetz des Bundes vom Februar 2023 muss Brandenburg mindestens 1,8 Prozent der Landesfläche bis Ende 2027 ausweisen. Bis Ende 2032 müssen es mindestens 2,2 Prozent sein. Für die Umsetzung sind die Regionalen Planungsgemeinschaften zuständig.

Dem Teilregionalplan-Vorentwurf haben fast alle Landräte, Amtsdirektoren und Bürgermeister aus Ostbrandenburg zugestimmt. Vier haben sich enthalten.

Bürgerinitiative fühlt sich bestätigt

In dem Entwurf wird Schneeberg bei Beeskow nicht mehr als Windeignungsgebebiet aufgelistet. Auch das Gebiet Grunow-Mixdorf ist nicht mehr vorgesehen, weil artenschutzrechtliche Belange dagegensprechen. Es gebe von Rotorschlag gefährdete Vogelarten, heißt es zur Begründung.

Bernd Kochan von der Bürgerinitiative "Keine Windkraft im Schlaubetal" ist davon überzeugt, dass der Protest der vergangenen Jahre dazu beigetragen hat, dass nun doch keine Windräder im Gebiet Grunow-Mixdorf gebaut werden sollen. Seit 2017 hatten Bürgerinnen und Bürger gegen die Windräder gekämpft: "Der Mensch denkt ja in einfachen Kategorien. Der Weg des geringsten Widerstands ist manchmal der Gängigste. Wir haben ja gehörig Aktivitäten entwickelt und hatten auch eine sehr gute Anwältin. Insofern war es der letzte Grund, uns da rauszulassen," so Kochan.

Dass die Mixdorfer bei ihren Protesten besonders laut waren, habe für die Behörden keine Rolle gespielt, betonte Wolfgang Rump: "In keinstem Fall. Es geht nicht darum, einen Plan aufzustellen, der auch Applaus auf der kommunalen Ebene findet. Sondern wir arbeiten nach wie vor nach einem Kriterien-Gerüst."

Windenergie in Golzow

Einige Kommunalpolitiker hatten sich im Vorfeld sogar darum gerissen, Windräder bauen zu dürfen.

Einer von ihnen ist Frank Schütz (CDU), Bürgermeister von Golzow im Oderdruch. Dort soll künftig mit Windenergie Wärme erzeugt werden. "Wenn da ein Windrad steht, werden die Häuser weniger wert sein. Wir können aber auf der anderen Seite sagen, wir haben eine günstige Möglichkeit, Heizenergie bereit zu stellen, Energiequellen vor Ort nutzbar zu machen und können damit auch eine attraktive Wohnfläche in Golzow ermöglichen."

Teilregionalplan könnte 2025 beschlossen werden

Das Beteiligungsverfahren ist von März bis Mai geplant. Anschließend sollen bis Jahresende Stellungnahmen und Einwendungen evaluiert und der Entwurf gegebenenfalls angepasst werden. Anfang 2025 soll der Teilregionalplan nach jetzigem Stand beschlossen werden.

Festlegungskarte zum am 29.01.2024 beschlossenen Planentwurf des Sachlichen Teilregionalplan "Erneuerbare Energien" Oderland-Spree.Festlegungskarte zum am 29.01.2024 beschlossenen Planentwurf des Sachlichen Teilregionalplan "Erneuerbare Energien" Oderland-Spree. Bild: Regionale Planungsgemeinschaft Oderland-Spree

Sendung: Brandenburg Aktuell, 30.01.2024, 19:30 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Warum nur kommt dieser Blackout immer noch nicht werden doch jedes Jahr immer mehr Windräder und Pv-Anlagen gebaut und alte Kraftwerke vom Netz genommen so dass ich der Anteil der EE am Strommix langsam aber beständig erhöht?
    Netze haben Sie soweit recht wenn Sie den Zustand einfrieren. Nun sitzen bei den hiesigen Netzbetreibern einige Leute die Ihr Geld nicht für Anwesenheit sondern Arbeit bekommen und seit Jahren strukturierten Netzentwicklungsplänen folgen und somit trotz aller bürokratischen und juristischen Schwierigkeiten die eine Demokratie nun mal mit sich bringt stetig die netze verbessern. Ausgerechnet hier im Osten sieht es gerade diesbezüglich ziemlich erfolgreich aus. Könnte schneller gehen, aber das gilt ja für vieles.
    Sogar die LEAG und RWE haben bereits erkannt dass die Idee doch nicht so schlecht ist und mitmachen besser ist und ihr Gegenwind die Windräder auch nicht zum stehen gebracht hat.

  2. 11.

    Das ist eben, wie anderswo auch, ein Versagen der Politik, die nicht verstanden hat, dass sie für die vernünftigen Rahmenbedingungen des Markts zuständig ist.
    Dafür hat sie ja ihre wissenschaftlichen Behörden, auf deren Grundlage sie zielführende Spielregeln verabschieden kann, damit neben dem Profit auch der richtige Output, hier Treibhausgasreduktion, Klimaschutz, Umwelt- und Artenschutz und schließlich billiger Strom herauskommt.
    Sowas muss eben alles zusammengedacht werden. Aber das Denken überlassen die Politiker ja lieber Wirtschaftslobbyisten. Und die optimieren die mehrdimensionale Differentialgleichung lieber zum kurzmöglichsten Profitmaximum.

  3. 10.

    Als physiker sind Sie es ja gewohnt sich zu einem Thema umfassend und von allen Seiten zu informieren.
    Mit Abstand größte Abnehmer von SF6 in Deutschland sind die Halbleiterindustrie und Glasfaseranwendungen.
    einstelliger % des Bedarfs stammt von den Energieversorgern und Schaltanlagenbauern wo die Verluste beim Umgang und Betrieb vergleichsweise extrem klein sind. Logisch weil Gasverlust Verlust der Funktionsfähigkeit der Schaltanlagen bedeutet. Schaltanlagen die wie Sie ja auch wissen in allen Kraftwerken und Stromnetzen verbaut werden.
    Vielfach größter Emittent sind ältere Isolierfenster die unausweichlich Gas abgeben.
    Insgesamt betrachtet hat SF6 ebenfalls einen einstelligen Anteil an den gesamten CO2 Äquivalenten Emissionen.
    Quelle: wissenschaftlicher Dienst des Bundestags. (WD 8 - 3000 - 065/22)
    SF6 als Argument gegen Windkraft taugt also gar nichts, wenn man sich ernsthaft damit beschäftigt.
    Alternativen gibt es allerdings am Markt eher dünn verfügbar.

  4. 9.

    Der Artikel sagt nichts dazu aus, ob die Höhe der Windräder eine Rolle gespielt hat. Das dies nicht unwichtig ist, für die Akzeptanz, leuchtet ein. Diese wegzulassen wirkt dann wie?

  5. 8.

    SF6 wird gern in Windrädern verbaut, da es bei kleinstem Volumen größte Wirksamkeit entfaltet. Deutschland ist der größte SF6 Schadens-Erzeuger. Es gibt keine Kontrolle beim Recycling von Windrädern. Es tritt nicht nur bei "Zerstörung von Anlagen" aus, sondern der Schadensverlauf ist in der Regel ein Verschleissprozess in luftiger Höhe. 1 kg SF6 ist so klimawirksam wie 24 t Kohlendioxid (CO2)


    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/erneuerbare-energien-windkraft-treibhausgas-sf6-101.html

  6. 7.

    SF6 ist in allen möglichen elektrischen Anlagen verbaut und tritt nur bei Zerstörung der Anlage aus.

  7. 6.

    „Als erneuerbare Energien (EE) oder regenerative Energien, auch alternative Energien, werden Energiequellen bezeichnet, die im menschlichen Zeithorizont für nachhaltige Energieversorgung praktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen oder sich verhältnismäßig schnell erneuern.“

    Was ist an dieser Definition so schwer zu verstehen, dass sie solch einen Unsinn über den naturwissenschaftlichen Zusammenhang schreiben müssen?

  8. 5.

    Ein weiterer Ausbau der Windenergie in Brandenburg trägt genau Null zu einer sicheren Energieversorgung bei - die vorhandenen Stromnetze sind jetzt schon bei guten Windverhältnissen überlastet und bei schlechten Windverhältnissen wird trotzdem zu wenig Strom produziert und funktionierende Großspeicher sind immer noch nicht in Sicht - schädigt aber vielfältig die Umwelt durch weitere Flächenversiegelungen, Zerstörung von Kulturlandschaften, Lärmbelästigung von Anwohnern und Belästigung durch Schlagschatten. Ganz zu schweigen von den vielen Insekten, Vögeln und Fledermäusen, die Opfer der Rotorblätter werden. Umweltschutz ist out - es lebe der Klima"schutz"! WKA nutzen nur dem Betreiber, dank großzügiger Abnahmeregelungen. Es lebe der "grüne" Lobbyismus!

  9. 4.

    In jedem anderen Kraftwerk wird das gleiche SF6 genutzt, dass auch dort nur im Falle einer Störung/Havarie der Schaltanlage in die Umwelt austritt. Genauso wie in quasi jeder Ortsnetzttrafostation.
    Immer wieder die gleiche Leier wird echt langweilig.

  10. 3.

    Es fehlt die Legende zur Karte mit der Bezeichnung der 32 Gebiete oder eine wesentlich höher aufgelöste Version derselben (z.Bsp. als PDF).

  11. 2.

    Die Ganze Energiewende ist nicht finanzierbar. Die Ampel simuliert Aktivismus. Der weitere unerwartete Totalschaden der Ampel in der Klimapolitik. Das Geld ist alle. Und damit ist das Klimageld tot. Die Kosten fürs Tanken und Heizen steigen, auch weil der CO2-Preis erhöht wurde. Im Koalitionsvertrag versprach die Regierung einen Ausgleich: das Klimageld. Soweit die offizielle Geschichte. Auf Staatssekretärsebene hinter vorgehaltener Hand, und beim Klimageld-Talk bei „hart aber fair“ gesteht der SPD-Mann Schneider: „Wir haben einfach kein Geld mehr“-

  12. 1.

    grauenvoll ! erneuerbare Energie gibt es physikalisch nicht.Kluge Menschen sprechen von Zufallsenergie und auch Planwirtschaft,durch die mindestens Landschaften zerstört werden!in den WKA sind der Ozonkiller SF6 verbaut der unendlich viel mehr Schäden zu Gunsten des Treibhauseffekt erzeugt als CO2 und eine Halbwertszeit von tausenden Jahren aufweist

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