Schwere Verletzungen - Mann aus Elbe-Elster nach möglichem Wolfsangriff im Krankenhaus

Fr 15.12.23 | 17:45 Uhr
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Waldweg in Kiefernwald (Quelle: blickwinkel/D. u. M. Sheldon)
Bild: blickwinkel/D. u. M. Sheldon

War es ein Schäferhund oder ein Wolf? In einem Wald in Elbe-Elster sind ein Mann und sein Hund von einem Tier angegriffen worden. Die Wunden und Spuren werden jetzt untersucht. Es wäre der erste Angriff eines Wolfs auf einen Menschen in Brandenburg.

  • unbekanntes Tier griff in Wald bei Prießen Hund und Mann an
  • Bisswunden des Mannes werden genetisch analysiert
  • Ergebnisse der Proben für nächste Woche erwartet
  • Wolfsangriff gilt als unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen
  • Ministeriumsmitarbeiter berichtet von Rudel in der Nähe des Tatorts

Im Elbe-Elster-Kreis ist es möglicherweise zu einem Wolfsangriff auf einen Menschen gekommen. Das bestätigte die Polizei dem rbb am Donnerstag. Zuvor hatte die "Lausitzer Rundschau" [Bezahlinhalt] über den Vorfall berichtet.

Wie Polizeisprecher Sascha Erler dem rbb am Donnerstag sagte, ist ein 47 Jahre alter Mann am Mittwoch zur Mittagszeit mit seinem Hund in einem Wald bei Doberlug-Kirchhain unterwegs gewesen. Dabei sei es zu der Begegnung mit einem anderen Tier gekommen.

Das Tier habe den Hund des Mannes angegriffen, woraufhin der eingeschritten sei. In der Folge sei der Mann mehrfach gebissen worden. Der Angegriffene sei schwer verletzt worden und werde nun in einem Krankenhaus behandelt, so die Polizei.

Das angreifende Tier habe nach einer gewissen Zeit vom Hund des Mannes abgelassen, woraufhin der sich zu seinem Auto retten konnte, um Hilfe zu holen.

Labor für Wildtiergenetik untersucht Proben

Nach Angaben des Landesumweltamtes nahmen Ärzte der Intensivstation des Krankenhauses Finsterwalde wegen des vermuteten Wolfsangriffs von den noch nicht behandelten Bisswunden Abstriche für eine genetische Analyse. Zudem wurden die Verletzungen umfassend dokumentiert. Anschließend wurden die Proben in ein Labor des Senckenberg-Zentrums für Wildtiergenetik gebracht. Dort würden die Proben mit höchster Priorität untersucht, hieß es.

Das Landesumweltamt teilte rbb24 Brandenburg aktuell am Freitag auf Anfrage mit, das Ergebnis werde voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche vorliegen. Außerdem würden noch Ergebnisse einer Vor-Ort-Begehung erwartet, wie etwa Tierspuren. Das Labor extrahiert unter anderem DNA aus Kot, Haaren oder Speichelresten.

Schäferhund mit ungewöhnlicher Färbung - oder Wolf?

Bis zum Vorliegen der Auswertung der Proben will das LfU nach eigenen Angaben einen Wolfsübergriff nicht ausschließen. Allerdings legten alle bisher bekannten Fakten derzeit die Annahme nahe, dass es sich um einen Hund handele, teilte LfU-Sprecher Thomas Frey der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der Verletzte habe gesagt, "es war ein Schäferhund mit einer ungewöhnlichen Färbung, die er so noch nicht gesehen hat", so der Polizeisprecher. Nach Angaben des Opfers hatte das Tier kurzes Haar. Die Körperlänge sei etwas kürzer als bei einem Altdeutschen Schäferhund gewesen.

Sollte es sich nach Abschluss der Untersuchungen nicht um einen Wolf handeln, werde die Polizei weitere Ermittlungen zu einem möglichen Halter des angreifenden Tieres aufnehmen, sagte Polizeisprecher Erler dem rbb.

Bislang keine Übergriffe von Wölfe auf Menschen in Brandenburg

Frank Plücken von der Naturschutzabteilung des Landesumweltministeriums sagte dem rbb am Freitag, dass in der Gegend ein Wolfsrudel beheimatet sei. Das sei aber in der Hinsicht noch nie auffällig geworden. Überhaupt habe man bislang in Brandenburg noch keinen einzigen Übergriff von Wölfen auf Menschen registriert, so Plücken.

Trotzdem sei man mit örtlichen Jägern und Forstbediensteten im Gespräch, um sofort zu handeln, sollte sich wider Erwarten herausstellen, dass es ein Wolf war. Der würde dann getötet werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.12.2023, 13:30 Uhr

96 Kommentare

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  1. 96.

    Nicht die hellste wenn dein Kind an gegriffen wird ist es auch zu spät also darf der Mensch nicht in den Wald wegen dem Lebensraum des Wolfes. Der hat dies zu akzeptieren auch Abstand zu halten sonst muss er sterben nästes mal sind es Kinder die spazieren gehen und den Wald kennen lernen wollen mit ihren Eltern die dann tot gebissen werden.

  2. 95.

    Gehst ja auch auf der Straße spazieren. Erholt man sich nicht im Wald neudings wird man fast getötet weil Jagdbehörden unfähig sind die Bestände klein zu halten.

  3. 94.

    Was sie sehen interessiert niemanden der Wolf ist eine Gefahr für Mensch und Tier was machen sie wenn er ihr Kind angreift oder tötet denken sie dann auch noch so.

  4. 93.

    Jetzt sollen wir also auch noch Rücksicht auf den Wolf nehmen, wenn wir mit dem Hund spazieren gehen.

  5. 92.

    Der Wolf greift Weidetiere an warum nicht auch Menschen gab genug zwischen fälle. Der Wolf ist ein Risiko geworden für Mensch und Tier. Das darf nicht sein es muss gehandelt werden auf was die warten.und Leute die den Wolf als harmlos sehen sollten in den Wald nachts gejagt werden wer sowas von sich gibt muss es erst tote geben.

  6. 91.

    Es ist während der Ranzzeit der Wölfe, so sie denn überhaupt in diesem Gebiet heimisch sind, sehr fahrlässig mit Hund im Walde spazierenzugehen. Rüde wird als Konkurrent angesehen und angegriffen, Hündin soll dem Rudel einverleibt werden. Der Mensch spielt in dem ganzen Theater keine Rolle, solange er sich nicht einmischt.

  7. 90.

    Er hat Sie mit #77 verwechselt. Das kann doch mit nem winzigen Display passieren.

  8. 89.

    ´ Du erzählst kompletten Schwachsinn. Der Mensch stand noch nie auf der Speisekarte des Wolfes. Auch nicht vor 200 Jahren. ´
    An welcher Stelle sage ich das der Mensch vor 200 Jahren auf der Speisekarte des Menschen stand!?
    Ich schreibe das Gegenteil...

  9. 88.

    Warum kennt hier kaum jemand einen Wolf, hat kaum jemand einen Wolf gesehen? Weil es sehr sehr SCHEUE Tiere sind. Ich bin mal einem Wolf begegnet. Leider lief er alsbald weiter. Ein paar unscharfe Fotos sind uns aber geblieben. Wir sind stehen geblieben, um ihn zu beobachten. Hätten wir gebrüllt und uns bewegt, wäre er sofort abgehauen.

    Mir begegnen jeden Abend mehrere Rotten Wildschweinderl. Die sind faktisch gefährlicher, da ich sie aber weiter fressen lasse, passiert nichts. Einen einzelnen Keiler habe ich im Nachthemd mal vom Carport bis zur Straße gejagt. Das war lustig :-)

  10. 87.

    Sehr beruhigende Vorstellung, dass Herdenbesitzer jetzt dann wild durch die Gegend ballern, damit Wölfe erzogen werden, und das ihren Welpen vermitteln. Da werden sich Spaziergänger und deren Hunde aber freuen, wenn sie grundlos angeschossen werden draußen. Vom Herdenbesitzer.

  11. 86.

    Nein. Du erzählst kompletten Schwachsinn. Der Mensch stand noch nie auf der Speisekarte des Wolfes. Auch nicht vor 200 Jahren. Du solltest mal weniger Rotkäppchen lesen. Ein Wolf flüchtet schon vor dem Menschen wenn er ihn in der Entfernung wittern kann. Ein Wolf hat in der Regel viel mehr Angst vor dem Menschen als umgekehrt. Also hör mal auf zu versuchen die Leute gegen Wölfe aufzuhetzen.

  12. 85.

    Das ist nicht einfach ein " anderes Tier". Das ist in dem Fall der eigene Hund. Den lass ich ganz sicher nicht einfach mal zerfleischen. Für Tiere, die man zu sich holt hat man eine Fürsorgepflicht. Das gilt im übrigens auch für Herdenschutzhunde. Aber dank idiotischen Auswüchsen des Tierschutzes darf man denen nichtmal schützende Stachelhalsbänder anlegen. In anderen Ländern üblich..damit der sensible Halsbereich vorm Kehlbiss geschütz ist. Aber nein..könnte dem armen Wolf ja im Maul weh tun. Ja soll, es ja auch. Soll er halt nicht zubeißen. Was aus dem Hund wird ist bei den Wolfsromantikern offensichtlich vollkommen egal. Warum eigentlich?.ist hier etwa das eine Leben mehr wert als das andere?

  13. 84.

    Ich vermute, dass keiner der hier Kommentierenden tatsächlich persönlich betroffen ist. Wir haben Rinder und Pferde und Herdenschutzhunde. 2018 wurden bei uns 10 Kälber gerissen, die Pferde nebst Fohlen blieben bis dato verschont.
    In 2020 wurden einem Schäfer in der Kyritz Ruppiner Heide gleich 2 Hunde mitgekillt.
    In jeder Kultur in der Hirten und Wölfe zusammen leben wird auf Wölfe geschossen. Dadurch lernen sie, dass Nutztiere zu jagen gefährlich ist. Das vermitteln sie ihrem Nachwuchs PUNKT

  14. 83.

    Sie haben definitiv Recht! Diese platt mach Mentalität ist schlimm! Aber letztendlich ist der Wolf ein (Raub-) Tier der Wildnis! Und solch ein Tier neben dem Menschen in unserer Kulturlandschaft leben lassen zu wollen, birgt nunmal die altbekannten Probleme! Also entweder mehr Wildnis für den Wolf oder mehr Schutz für die nahe der Natur lebenden Menschen und Tiere! Ist doch logisch, das der Mensch nicht zum natürlichen Wildfang gehört oder sich nicht zu solchem machen lässt.
    Spätestens seit er den Stock kennt
    Ich habe schon mal nahe der Wildnis gelebt und meine romantische Sicht verloren. Die Natur ist knallhart, nischt mit Empathie!

  15. 82.

    Ich will das gern immer mal wieder festhalten: Meine ersten Wolfskontakte waren 1993 auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Röddelin / Templin.
    Die drei Tiere sind völlig unbefangen und angstfrei an uns und den Autos vorübergegangen.
    Ich halte die deutsche Kulturlandschaft mit zerklüfteten Waldfragmenten und Feldern und die geringe Größe Deutschlands im Kontext des riesigen territorialen Anspruchs des Wolfes für gefährlich. Wenn es ein Wolf war, kann davon ausgegangen werden, dass die Revierkämpfe allgemein heftig sind und oft stattfinden.

  16. 81.

    Es ist eh nur eine Frage der Zeit. Wenn nicht diesmal, dann demnächst. Die Wölfe vermehren sich ungebremst, werden nicht verfolgt, verlieren die daher Scheu vor dem Menschen. Und letztlich ist so'n Mensch relativ wehrlos, vor allem gegen ein Rudel. Es gibt für den Wolf keinen Grund, keine leichte Beute zu machen. Eigentlich fehlen jetzt nur noch Bären.… auch so niedlich, vor allem die Jungen.

  17. 80.

    Genau. Und so lange nicht weniger sondern immer mehr Menschen auf diesem Planeten leben, werden auch die Konflikte zunehmen. Unsere Landschaft wird täglich mehr zugepflastert. Wir sind aber der Auffassung mehr Wildnis zu haben als Länder gleicher oder größerer Fläche aber nur einem Zehntel der Bevölkerung. Warum bilden sich die Deutschen immer ein schlauer zu sein als Andere?
    Ein Grillsteak oder vegetarischer Bratling aus der Kühltheke ist nicht dort geboren. Es gibt Landwirte, die mit ihrer Arbeit uns das Leben schön machen. Mit welchem Recht maßen Menschen sich an deren Probleme zu beurteilen? Leben und leben lassen!
    Hat sich schon mal jemand gefragt ob er für unsere Natur und die Tiere aktiv etwas getan hat? Außer Futterhaus und Vogeltränke?
    Mit solchen Problemen sollten sich Fachleute befassen die Ahnung davon haben und keine selbsternannten Experten und schon gar nicht Politiker. Unsere Nachbarn zeigen es uns wie man relativ problemlos mit Wölfen leben kann.

  18. 79.

    Sicher ist der Wolf generell ein guter Jäger, ein Raubtier eben. Aber üblicherweise jagt er nicht Menschen. Auch im oben beschriebenen Fall ist er ja nicht den Menschen angegangen, sondern den Hund, der in sein Revier eingedrungen ist. - Vorausgesetzt, es war überhaupt ein Wolf.

  19. 78.

    Wohnen Sie in der Großstadt? Gibt es da schon Wölfe? Kommen Sie mal raus auf das Land, da können Sie mit den Wölfen tanzen. Manch einer merkt dann erstmal, wer der Wolf in der Wirklichkeit ist. Ist ein Erfahrungswert. Muss man erlebt haben.

  20. 77.

    Warum soll der Wolf keinen Menschen reißen? Vor 200 Jahren liebte er Menschenfleisch, war eine Landplage.
    Das Romantisieren des Wolfes ist lustig, ich lache immer Tränen beim Lesen, wie naiv und weitab der Natur manch einer ist.
    Ich liebe jedes Wesen, allerdings sind Raubtiere Raubtiere, auch, wenn sie Wolf heißen.

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