Lausitz - Cottbuser Ostsee könnte künftig Wasserspeicher werden

Mi 17.01.24 | 08:16 Uhr
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Archivbild: Das Kraftwerk Jaenschwalde, ein Waermekraftwerk der Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG) am Cottbuser Ostsee im Suedosten Brandenburgs, aufgenommen am 30.11.2023 vom Aussichtsturm am Cottbusser Ostsee. (Quelle: Picture Alliance/Marc Vorwerk/Sulupress)
Video: rbb24 | 17.01.2024 | Phillipp Manske | Bild: Picture Alliance/Marc Vorwerk/Sulupress

Cottbus überlegt, den Ostsee zum Wasserspeicher für die gesamt Region zu machen. Aufgrund der vielen Niederschläge fülle sich der Cottbuser Ostsee in der Lausitz derzeit in Rekordzeit mit Wasser, teilte das Energieunternehmen Leag am Dienstag mit. In absehbarer Zeit könnte er eine geschlossene Wasserfläche haben.

Demnach steigen derzeit die Abflüsse im gesamten Einzugsgebiet der Spree an. Ob der See als aber tatsächlich als Speicher genutzt werden kann, um den Wassermangel in der Lausitz zu regulieren, muss laut Leag zunächst rechtlich geprüft werden.

Wasserstand auf Rekordhoch

Der ehemalige Tagebau wird seit April 2019 mit Unterbrechungen geflutet und soll einmal der größte künstliche See Deutschlands werden. Mehr als 80 Prozent des erforderlichen Wassers für den Ostsee dürfen laut Genehmigung des Landes Brandenburg aus der Spree entnommen werden. Weniger als 20 Prozent kommen aus dem Grundwasser. Die Voraussetzungen für die Flutung sind laut Leag gerade günstig.

Durch die Niederschläge habe sich der Wasserstand innerhalb eines Monats um knapp einen Meter erhöht. Seit Mitte Dezember darf das Unternehmen fünf Kubikmeter pro Sekunde einleiten. Der Ostsee hat derzeit einen Höchstwasserstand von 59,9 Meter über Normalhöhe (NHN).

Ostsee könnte nötige Speicherfunktion übernehmen

Nach Meinung des Vorsitzenden des Vereins Wassercluster Lausitz würden in der Region künftig etwa 178 Millionen Kubikmeter Speicher gebraucht, derzeit seien mit Talsperren und Bergbaufolgeseen nominal 151 Millionen Kubikmeter vorhanden. "Der Cottbuser Ostsee könnte diese Lücke schließen", so der Experte. Der See soll einmal eine Wasserfläche von knapp 19 Quadratkilometern haben.

Der Oberbürgermeister von Cottbus, Tobias Schick, fordert, "mit Augenmaß und Nüchternheit den Ostsee zum Speicher machen, um den Wasserhaushalt der Region besser regeln zu können." Insgesamt müsse mehr ins Wassermanagement investiert werden, nicht nur Geld, sondern auch Ideen und Steuerungsinstrumente. "Dabei kann der Ostsee helfen." Die Lausitz muss sich ihm zufolge auf längere Trockenphasen ebenso einstellen wie auf Phasen mit viel Niederschlag oder aus den Bergen kommendem Hochwasser. "Das kann durch eine Speicherfunktion besser gemanagt werden", meint er.

Sendung: rbb24, 17.01.2024, 13 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Eine Poolpflicht hat auch was...

  2. 9.

    Das Braunkohlevorkommen erstreckt sich ja bis weit über die Oder in den ehemaligen Kreis Weststernberg und auch dort gab es Tagebau. Wie hat das Problem mit den Restlöchern eigentlich Polen auf der anderen Seite der Oder gelöst?

  3. 7.

    Dürfen Vorschläge und Ideen nur vom rechtlich Bevollmächtigten kommen?
    Wo leben Sie denn...
    Ist doch logisch, diese Nutzung zu prüfen!

  4. 6.

    Darüber sollte man bei allen Tagebaugebieten nachdenken die in den nächsten Jahren geschlossen werden.....und wo es möglich ist. Es wundert mich nur das erst jetzt diese Erkenntnis bei den zuständigen Behörden auftritt.
    Nach den letzten heißen Jahren und dem Wassermangel hätte man auch früher drauf kommen können.....hätte hätte usw.

  5. 5.

    "Ostsee könnte nötige Speicherfunktion übernehmen" Das fällt den Verantwortlichen erst jetzt auf?
    Es hätte natürlich auch Nachteile.
    a) Die Verdunstungsfläche zum Volumen ist riesig, da der See eher flach ist
    b) Speicherseen haben u.U. auch stark schwankende Wasserstände, was Probleme bei der kommerziellen Nutzung geben kann.
    c) Seichte Gewässer werden sehr warm, man müßte Algenblüten effektiv unterdrücken, wenn man keine giftige 'Brühe' aus dem Speicher abgeben will an Abnehmer.

  6. 4.

    "Cottbus überlegt, den Ostsee zum Wasserspeicher für die gesamt Region zu machen."
    Soso. Ist denn Cottbus auch in irgendeiner Weise dafür zuständig? Sonst kann man sich ja viel überlegen...

  7. 3.

    Man macht etwas und überlegt hinterher, wie die „Erfolgsgeschichte“ so marketingmäßig aufgepeppt wird? Meinen Sie das? Ähnlich beim BER?

  8. 2.

    Bin etwas überrascht, dass jetzt erst überlegt wird den See für das Wassermanagment zu nutzen. Für mich war das eine Selbstverständlichkeit dass dies passiert.
    Natürlich muss eine Mindestbefüllung gewährleistet bleiben um die Sicherheit der Uferzonen zu garantieren.

  9. 1.

    Wieviel Wasser verdunstet bei einer Fläche von 19 Quadratkilometern im Laufe des Jahres?

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