Zigarette mit Rauch
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Lauterbach plant Verbot Warum Rauchen im Auto schädlich ist - vor allem für Kinder

Stand: 07.07.2023 17:16 Uhr

Bundesgesundheitsminister Lauterbach plant ein Rauchverbot im Auto, wenn darin auch Minderjährige und Schwangere sitzen. Wie schädlich das Passivrauchen vor allem für Kinder ist, zeigen mehrere Studien.

Von Katharina Ditschke, SWR

Tabakrauch ist der gefährlichste vermeidbare Schadstoff in Innenräumen. Er ist schädlich für alle, die ihn einatmen - also auch und gerade passiv.

Der Rauch, der zwischen den Zügen an einer Zigarette entsteht und den wir als Passivraucher einatmen, heißt Nebenstromrauch. Der macht laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum 85 Prozent aus.

Und: Er enthält die gleichen Giftstoffe wie eine Zigarette, teilweise sogar in deutlich höheren Konzentrationen. Experten sprechen von einer mehr als zehnmal höheren Konzentration. Der Nebenstromrauch ist also besonders giftig.

Giftstoffe gelangen in die Verästelungen des Lungensystems

Die Giftstoffe des Tabakrauchs gelangen mit dem Einatmen in den Körper. Sogenannte lungengängige Partikel dringen dabei tief in die feinen Verästelungen des Lungensystems ein. Von den über 5000 chemischen Stoffen in der Zigarette sind über 70 nachgewiesenermaßen krebserregend.

Eine Metaanalyse, die 40 Studien ausgewertet hat, kam zu dem Ergebnis, dass Personen, die niemals geraucht haben, jedoch Passivrauch ausgesetzt sind, ein 16 Prozent höheres Risiko haben, an Krebs zu erkranken. Es zeigte sich, dass vor allem Frauen betroffen sind. Bei Frauen reichten zudem bereits geringere Tabakmengen aus, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen.

Besonders großer Effekt im Auto

Verstärkt wird der Effekt des Passivrauchens im Auto. Denn da ist der Tabakrauch besonders konzentriert. Pures Gift ist Passivrauchen für Ungeborene und Kinder.

Raucht eine werdende Mutter, werden die Giftstoffe über die Nabelschnur an das Ungeborene weitergegeben. Das kann unter anderem das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt erhöhen. Zudem können die Lunge oder andere Organe des Kindes dauerhaft geschädigt werden.

Kinder atmen mehr Luft ein als Erwachsene

Studien belegen auch die umfangreichen Folgen, die Passivrauchen für Kinder haben kann. Denn Kinder atmen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Luft ein als Erwachsene. Weil ihre Organe sich noch entwickeln, kann ihr Körper die Giftstoffe schlechter abbauen. Die Folge ist, dass das Risiko für Atemwegsbeschwerden, Asthma und andere schwere Krankheiten im Laufe des Lebens steigt.

Katharina Ditschke, SWR, tagesschau, 07.07.2023 16:00 Uhr