Lego wird 50

Urteil des Europäischen Gerichtshofs Der Lego-Stein ist nicht mehr geschützt

Stand: 14.09.2010 12:07 Uhr

Schlechte Nachrichten für den dänischen Spielzeuggiganten Lego: Seine Steine sind keine geschützte Marke. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Die Lego-Konkurrenz dürfte sich über das Urteil freuen.

Von Birgit Schmeitzner, SWR-Hörfunkstudio Brüssel

Der Lego-Spielzeugstein ist keine geschützte Marke. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Er bestätigte damit in letzter Instanz frühere Entscheidungen, wonach der Baustein als solcher kein Markenzeichen sei.

Birgit Schmeitzner ARD-Hauptstadtstudio

Die europäischen Richter argumentieren so: Der rechteckige Lego-Stein mit seinen Noppen ist zwar charakteristisch. Aber diese Form wurde aus technischen Gründen so gewählt - also dafür, dass sich die Steine stabil zusammenbauen beziehungs­weise stecken lassen. Das gilt dann als eine technische Lösung - und hier kann sich kein Unternehmen auf Dauer das Monopol sichern.

Freude bei der Konkurrenz

Das europäische Recht sieht vor, dass Firmen selbst entwickelte Produkte nur für eine begrenzte Dauer schützen lassen können. Die Lego-Patente sind bereits in den 70-er Jahren ausgelaufen. Danach konnte sich Lego über das Wettbewerbsrecht vor Nachahmern schützen, aber das ist jetzt auch zu Ende. Die kanadische Firma Mega Brands wird das gerne hören - sie stellt ebenfalls zusammenbaubare Plastik-Steine her, die genauso aussehen wie Legosteine und Mega Bloks heißen. Aber, und das ist ein Knackpunkt, sie sind billiger als das Originalsteine.

Der dänische Lego-Konzern ist der größte Spielzeughersteller Europas. Auch wenn sein Monopol auf die kleinen Klötzchen nicht mehr existiert, macht er gute Geschäfte. Erst in der vergangenen Woche hatte das Unternehmen ein Umsatzplus von 64 Prozent für das erste Halbjahr mitgeteilt.