Haselblüten

Wetterthema Erste Haselpollen

Stand: 04.01.2024 11:25 Uhr

Die ersten Anzeichen des kommenden Frühlings sind schon jetzt spürbar. Jedoch dürften sich Pollenallergiker kaum darüber freuen.

Von Tim Staeger, ARD-Wetterkompetenzzentrum

In den Niederungen fliegen bereits die ersten Haselpollen. Etwa 16 Prozent der Deutschen leidet unter einer Pollenallergie. Bei Heuschnupfen verursacht Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, und Kräutern beim Kontakt mit den Schleimhäuten Bindehautentzündungen, Niesattacken oder gar asthmatische Anfälle.

Die Pollenflugsaison startet in der Regel Ende Januar mit Erle und Haselpollen. Erst Anfang März ziehen dann verschieden Baumarten nach. Bis Mai ist dann eine breite Palette allergieauslösender Blütenpollen unterwegs, bis dann im Oktober auch die Brennnessel-Pollen verschwinden und die Betroffenen dann für ein paar Monate Ruhe haben.

Da die Witterung im mitteleuropäischen Winter von Jahr zu Jahr großen Schwankungen unterworfen sein kann, reagieren auch die Pflanzen sehr flexibel auf die unterschiedlichen Temperaturbedingungen. So wurden in 2000 nach einem sehr milden Herbst bereits am 4. Dezember die ersten Haselpollen in Geisenheim nachgewiesen, nach den Strengwintern  1955/56 und 1962/63 konnten die Allergiker bis zum 17. März frei durchatmen.

In Folge des Klimawandels hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Vegetationsperiode vieler Pflanzen verlängert entsprechend setzt auch die Haselblüte immer früher ein. So liegt der mittlere Blühbeginn in Geisenheim zwischen 1949 und 2022 auf dem 4. Februar, fast zwei Wochen später als innerhalb der vergangenen 30 Jahre beobachtet. Dieses Jahr war es bereits am 5. Januar so weit.

Beginn der Haselblüte in Geisenheim 1949 bis 2023

Die Verbreitung der Pollen ist wetterabhängig. Bei einsetzendem Regen werden weiter oben schwebende Pollen nach unten gedrückt und die Belastung steigt zunächst an. Nach dem reinigenden Regen sinkt die Pollenbelastung deutlich ab. Bei schwachem Wind ist die Verteilung der Pollen in Bodennähe am effektivsten und die Belastung am höchsten, bei Windstille fliegen keine Pollen und bei stärkerem Wind verteilen sie sich auch in höheren Schichten, wodurch die Konzentration etwas absinkt. Der Deutsche Wetterdienst gibt während der Saison eine täglich aktualisierte Pollenflugvorhersage für unterschiedliche Naturräume heraus.