Lesende Grundschüler  | dpa

IGLU-Studie Grundschüler fallen beim Lesen zurück

Stand: 05.12.2017 11:21 Uhr

Viele deutsche Grundschüler haben erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen. Die aktuelle IGLU-Studie zeigt: Bei fast jedem fünften Viertklässler hakt es. Andere Länder haben Deutschland längst überholt, international liegen deutsche Schüler nur noch im Mittelfeld.

Die Leseleistungen deutscher Viertklässler haben sich im internationalen Vergleich verschlechtert. In der Rangliste rutschte Deutschland vom oberen Drittel ins untere Mittelfeld. Das ist das Ergebnis der in Berlin veröffentlichten internationalen Lese-Studie "IGLU" 2016.

Die "Internationale Grundschulleseuntersuchung" untersucht alle fünf Jahre das Leseverständnis der Schüler, ihre Einstellung zum Lesen und ihre Lesegewohnheiten. 2016 nahmen insgesamt 47 Staaten und zehn Regionen teil. In Deutschland wurden knapp 4300 Schüler einbezogen.

Knapp ein Fünftel hat massive Probleme

Die Leseleistungen deutscher Viertklässler blieben laut Studie zwar stabil, doch erreichten im vergangenen Jahr knapp ein Fünftel (18,9 Prozent) nicht einmal die mittlere Kompetenzstufe einer fünfstufigen Skala - diese Kinder verfügen über ein nicht ausreichendes Leistungsniveau im Lesen, so dass sie mit erheblichen Schwierigkeiten beim Lernen in der Sekundarstufe I konfrontiert sind.

Der Anteil der leistungsstarken Grundschüler in Deutschland, die die höchste Kompetenzstufe V erreichen, stieg von 8,6 Prozent im Jahr 2001 auf 11,1 Prozent in 2016. Diese Schülergruppe verfügt über Lesekompetenzen, die es ihr ermöglichen, Bezug auf Textpassagen oder einen ganzen Text zu nehmen, darin enthaltene Informationen zu ordnen sowie Aussagen selbständig interpretierend und kombinierend zu begründen.

International wurde Deutschland laut Studie von 20 Ländern überholt - 2001 waren es lediglich vier Länder.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Dezember 2017 um 12:00 Uhr.