Ein Mann mit bunten Tattoos an den Unterarmen | picture alliance / Valery Sharif

EU berät Verbot Tattoos - weniger bunt?

Stand: 04.02.2020 13:56 Uhr

Die Europäische Chemikalienagentur will zwei Pigmente verbieten, die für einen Großteil bunter Tattoos gebraucht werden. Die Agentur fürchtet gesundheitliche Risiken. Die Tattoo-Industrie protestiert.

Blue15 und Green7: Diese beiden Pigmente möchte die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) verbieten. Grund: Sie stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Heute beraten die EU-Staaten zu dem Thema. In einer Empfehlung zum Verbot verweist die ECHA darauf, dass die Pigmente in Kosmetika wegen Gesundheitsbedenken bereits verboten seien. Und wenn sie auf der Haut nicht vewendet werden dürfen, sollten sie auch nicht in der Haut erlaubt sein, argumentiert die Agentur.

Ein Mann mit bunten Tattoos an den Unterarmen | picture alliance / dpa

Blau und Grün dienen als Grundstoff für viele Tattoo-Farben. Bild: picture alliance / dpa

Gesundheitliches Risiko ungeklärt

Schon länger stehen Tattoofarben im Verdacht krebserregende Stoffe zu enthalten oder Hautirritationen zu verursachen. Bei den Pigmenten Blue15 und Green7 vermutet die Europäische Chemikalienagentur beispielsweise, dass sie Blasenkrebs auslösen können. Da es zu Tätowierfarben aber generell kaum Studien gibt, sind diese Vermutungen bislang nicht zweifelsfrei belegt.

Auch eine Vorschrift für Tattoo-Farben, die in der gesamten Europäischen Union gilt, gibt es bisher nicht. In ihrer Empfehlung hat die ECHA jetzt mehr als 4000 Stoffe gelistet, die in Zukunft für Tattoos und Permanent-Make-Up verboten werden sollen. Für die Pigmente Blue15 und Green7 will die Agentur eine Übergangsfrist von zwei Jahren gelten lassen - in der Zeit sollen Tätowierer Alternativen finden.

Online-Petition gegen Verbot

Seit Mitte Januar läuft eine Online-Petition mit der das geplante Verbot zumindest in Deutschland verhindert werden soll. Unterzeichnet haben dort bis jetzt 128.282 Menschen (Stand 04.02.2020, 13.50 Uhr). Damit wird der Petitionsausschuss des Bundestages öffentlich über die Forderung beraten. Gestartet wurde die Petition von Tätowierer Jörn Elsenbruch aus Nordrhein-Westfalen. Er verweist darauf, dass ein Verbot von Blau und Grün mehr als 60 Prozent der gehandelten Tattoofarben oder Farbmischungen betreffen würde. Wenn die EU die beiden Pigmente tatsächlich verbiete, seien Tätowierer gezwungen sich die Farben illegal zu besorgen - denn viele Kunden würde nicht auf Farben im Tattoo verzichten wollen, so schreibt es Elsenbruch in der Petition.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 04. Februar 2020 um 05:43 Uhr.