Papst Franziskus

Vatikan veröffentlicht Papst-Schreiben Franziskus über die Liebe

Stand: 08.04.2016 11:57 Uhr

Welchen Platz haben Homosexuelle in der katholischen Kirche, was sagt sie zu wiederverheirateten Geschiedenen oder Patchwork-Familien? Der Vatikan veröffentlicht zur Stunde ein Schreiben von Papst Franziskus zu den Themen Ehe und Familie.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Offiziell ist bislang nur, dass das Papst-Dokument "Amoris Laetitia" heißt, also "Freude der Liebe". Nach allem, was man hört, ist es ein längeres Dokument geworden, die Rede ist von etwa 200 Seiten.

Jan-Christoph Kitzler ARD-Studio Rom

Darin wird der Papst seine Lehren aus gleich zwei Versammlungen der Bischofssynode ziehen, die sich im Herbst 2014 und 2015 mit dem Thema Ehe und Familie beschäftigt hatten. Dabei wurde auch heftig über heiße Eisen der kirchlichen Lehre diskutiert, etwa den Umgang mit Geschiedenen, die wieder heiraten, oder der Frage, welchen Platz Homosexuelle in der katholischen Kirche haben. Die rund 300 teilnehmenden Bischöfe hatten am Ende ein gemeinsames Papier verabschiedet. Daran ist der Papst allerdings nicht gebunden.

"Nagelprobe für Reformfähigkeit der Kirche"

In der Vergangenheit waren die nachsynodalen Schreiben der Päpste in der Regel keine Dokumente, die große Neuerungen brachten. Unter Papst Franziskus läuft zwar vieles anders, aber auch seine wichtigste Aufgabe ist es, die Einheit seiner Kirche zu wahren. Deshalb wird davon ausgegangen, dass auch sein Schreiben keine echten Reformen enthält.

Die Laienbewegung "Wir sind Kirche" spricht dennoch von einer Nagelprobe für die Reformfähigkeit der katholischen Kirche. Konservative Vertreter haben schon vorab betont, dass der Papst selbstverständlich nicht die katholische Lehre infrage stellen werde.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 8. April 2016 um 20:00 Uhr.