Wagenkolonne mit dem Sarg

Trauerfeier für Muhammad Ali Ein Abschied, der ihm gefallen hätte

Stand: 11.06.2016 04:02 Uhr

Es kamen Stars und Tausende Bürger, Christen und Muslime, es wurde gedichtet und auch gelacht - und es war damit so, wie er es sich selbst gewünscht hatte: In Louisville, seiner Heimatstadt, hat die Welt Abschied von Muhammad Ali genommen.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Es war ein Abschied, der ihm gefallen hätte: Er wurde vom Größten zum Unsterblichen. "Wenn ich in diese Menge schaue, dann muss ich lächeln. Ich lächle, weil ich weiß, dass er nicht wirklich gegangen ist, er lebt in uns weiter", sagte seine Tochter Rasheda Ali-Walsh in einer bewegenden Trauerrede.

Sabrina Fritz ARD-Studio Washington

15.000 Menschen nahmen Anteil, als Geistliche, Freunde und Familie an einen außergewöhnlichen Mann erinnerten. Valerie Jarrett, eine Vertraute von Präsident Barack Obama, sagte für den Präsidenten: "Muhammad Ali war Amerika und wird immer Amerika sein." Es war aber eine Trauerfeier, bei der auch gelacht wurde. Der Schauspieler Billy Crystal, einer der besten Freunde von Muhammad Ali, erinnerte auf seine Weise an seinen Freund, mit einer Parodie.

Muhammad Alis Tochter Rasheda Ali-Walsh während der Trauerrede

"Wenn ich in diese Menge schaue, dann muss ich lächeln" - Alis Tochter Rasheda Ali-Walsh.

Wagenkolonne mit dem Sarg

Der Wagenkolonne mit dem Sarg jubelten Tausende in der Innenstadt von Louisville zu.

Tausende jubeln der Wagenkolonne zu

Alles lief nach dem Plan, den er jahrelang mit seiner Familie ausgearbeitet hatte. Am Vormittag fuhr die schwarze Wagenkolonne mit dem Sarg durch die Innenstadt von Louisville - vorbei an dem Viertel, in dem aufgewachsen war, vorbei am Muhammad Ali Centrum, das Stationen seiner Boxkarriere zeigt.

Entlang der Straße standen Tausende und jubelten ihm zu. "In der Prozession liefen einige Stars mit und jeder, der wollte, konnte ihnen die Hand schütteln. Das war genau, was Ali wollte, er wollte immer für alle da sein", sagt Pastor Steven Singelton, der aus Detroit gekommen ist.

Ein bescheidenes Grab

Auf dem Cave Hill Friedhof wurde Muhammad Ali dann beerdigt. Noch ist die schöne große Grünanlage für die Öffentlichkeit gesperrt. Sein Grab soll nicht pompös sein, eher bescheiden. Vor dem Friedhof standen Menschen mit Blumen, der Boden war mit Blättern von Rosenblüten übersät. Der Boxer Mike Tyson und der Schauspieler Will Smith waren unter den Sargträgern.

Ganz unterschiedliche Menschen nahmen Abschied von ihm, denn er war für ganz unterschiedliche Menschen ein Vorbild. Für Muslime, Afro-Amerikaner, junge Männer, die sich ebenfalls nach oben boxen wollen. Muhammad Ali war einmalig, das findet auch Maja aus Erfurt, die in die USA ausgewandert ist: "Ali bedeutet uns sehr viel, vor allem mir, weil ich ein Immigrant bin. Ali hat sehr viel getan für die kleinen Leute und für die, die keine Stimme hatten."

Ein Mann hält ein Porträt von Muhammad Ali auf der mit Rosenblättern übersäten Straße vor dem Friedhof

Rosenblüten auf der Straße vor dem noch abgesperrten Friedhof.

"Er wusste, dass er nicht alles kontrollieren kann"

Zum Abschluss der Trauerfeier in einem Sportstadion sagte der frühere US-Präsident Bill Clinton: "Als Mann des Glaubens wusste er, dass er nicht alles kontrollieren kann, dass zum Beispiel etwas wie Parkinson passieren kann." 30 Jahre litt der Boxer an der Krankheit.

Es war ein Abschied, der ihm gefallen hätte: Es wurde sogar gedichtet für ihn, der so gerne selbst reimte. Seine Tochter gab ihm mit: "As you entered your final round, god last boxing bell was sound."

Dieser Beitrag lief am 11. Juni 2016 um118:30 Uhr im Deutschlandfunk.