Absturzstelle der MH17 in der Ukraine

BND zur Absturzursache von MH17 "Es waren pro-russische Separatisten"

Stand: 19.10.2014 15:32 Uhr

Der Bundesnachrichtendienst (BND) macht offenbar die pro-russischen Rebellen für den Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17 in der Ostukraine verantwortlich. BND-Präsident Gerhard Schindler soll am 8. Oktober vor den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums umfangreiche Belege präsentiert haben, aus denen "eindeutig" hervorgehe, dass die Separatisten die Maschine abgeschossen haben. Entsprechende Informationen liegen dem ARD-Hauptstadtstudio und dem "Spiegel" vor.

Nach der Auswertung von Satellitenaufnahmen, Fotos und Gesprächen "deute alles darauf hin", dass die Separatisten den Abschuss zu verantworten haben, sagte der stellvertretende Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Rainald Becker.

Laut "Spiegel" sei auf den vorgelegten Belegen zu erkennen, dass die Rebellen ein russisches Buk-Luftabwehrsystem von einem ukrainischen Stützpunkt erbeuteten und am 17. Juli eine Rakete abfeuerten, die direkt neben Flug MH17 explodierte. "Es waren pro-russische Separatisten", zitiert das Nachrichtenmagazin aus dem Vortrag des BND-Chefs.

Boeing von Objekten durchsiebt

An Bord der Boeing waren 298 Menschen. Alle Passagiere starben. Eine niederländische Untersuchungskommission kam im September in einem Zwischenbericht zu dem Schluss, dass die Boeing von zahlreichen "Objekten" durchsiebt wurde, bevor sie auseinanderbrach. Wer dafür verantwortlich sein könnte, analysierten die Niederländer nicht.

Die Beurteilung der Geschehnisse sei Sache des damit beauftragten Sicherheitsrates in Den Haag sowie der Staatsanwaltschaft, sagte ein Regierungssprecher einer niederländischen Nachrichtenagentur in einer Reaktion auf den BND-Bericht. Dies müsse mit großer Sorgfalt geschehen und brauche noch Zeit. 

Schon unmittelbar nach dem Abschuss hatte es Mutmaßungen über die Verantwortung der Milizen gegeben. Die russische und die ukrainische Regierung beschuldigen sich gegenseitig, für den Absturz verantwortlich zu sein. Der BND hält laut dem Bericht sowohl russische als auch ukrainische Darstellungen für gefälscht.