Der Latschin-Korridor, einzige Verbindungsstraße zwischen Armenien und Berg-Karabach

Südkaukasus Mehrere Tote bei Schusswechsel in Bergkarabach

Stand: 05.03.2023 23:39 Uhr

In der Krisenregion Bergkarabach im Südkaukasus sind mehrere Sicherheitskräfte bei einem Schusswechsel getötet worden. Die Konfliktparteien Armenien und Aserbaidschan stellen den Vorfall gegensätzlich dar.

In der umstrittenen Kaukasusregion Bergkarabach ist es zu einem Schusswechsel zwischen aserbaidschanischen Soldaten und armenischen Polizisten gekommen. Drei Polizeibeamte aus Bergkarabach seien dabei getötet worden, teilte das armenische Innenministerium mit und sprach von einem "Überfall" der gegnerischen Soldaten.

Das aserbaidschanische Außenministerium hingegen erklärte, die Soldaten hätten Autos kontrollieren wollen, die mutmaßlich Waffen in Bergkarabachs Hauptstadt Stepanakert transportierten, und seien unter Beschuss geraten. Dabei habe Aserbaidschan ebenfalls Verluste erlitten, hieß es. Zahlen wurden aber keine genannt.

Der Vorfall dürfte die ohnehin großen Spannungen in der Region weiter erhöhen. Aserbaidschan und Armenien streiten seit dem Zerfall der Sowjetunion um die mehrheitlich von Armeniern bewohnte Grenzregion.

Neue Kämpfe und Waffenstillstand 2020

2020 war der jahrzehntelange Konflikt wieder eskaliert, es kam zu einem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, bei dem mehr als 6000 Menschen auf beiden Seiten ums Leben kamen. Nach den Kämpfen 2020 hatte Moskau ein Waffenstillstandsabkommen vermittelt, das Armenien zur Aufgabe großer Gebiete zwang.

Bei den militärischen Konfrontationen um Bergkarabach wurden Schätzungen zufolge seit den 1990er-Jahren etwa 30.000 Menschen getötet.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Januar 2023 um 09:10 Uhr.