Euro-Krise: Zypern

Nach Zwangstausch von Staatsanleihen Ratingagenturen stufen Zypern herab

Stand: 29.06.2013 02:34 Uhr

Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Zyperns um drei Stufen herabgesetzt. Die Agentur attestierte dem EU-Mitglied einen "teilweisen Zahlungsausfall", was dem Rating SD entspricht. Zuvor war Zypern mit CCC bewertet worden.

Zur Begründung verwies Standard & Poor's auf die Entscheidung der zyprischen Regierung, Anleihen im Wert von einer Milliarde Euro gegen längerlaufende Papiere umzutauschen. Dies wertete man als Zeichen dafür, dass Zypern derzeit offenbar keine anderen Möglichkeiten mehr habe, an Geld zu gelangen.

Fitch stuft Zypern teilweise herab

Die Ratingagentur Fitch stufte die Bonität Zyperns ebenfalls übergangsweise herab. Wegen des Tauschs der Staatsanleihen werde die Kreditwürdigkeit mit "begrenzter Zahlungsausfall" (RD, Restricted Default) bewertet, teilte die Agentur mit. Vor dem Schritt war Zypern von Fitch mit "CCC" bewertet worden, was eine Note über "D" für kompletten Zahlungsausfall liegt.

Wie Fitch mitteilte, seien nur die vom Tausch betroffenen Staatstitel auf die Note "D" wie Zahlungsausfall reduziert worden. Andere Schuldtitel, die nach zyprischem Recht begeben wurden, würden unverändert mit "CCC" bewertet. Schuldverschreibungen, die nach ausländischem Recht aufgelegt wurden, werden von Fitch mit "B-" bewertet.

Dass es sich bei dem Vorgehen letztlich um einen technischen Schritt handelt, wird am weiteren Vorgehen Fitchs deutlich: Bei endgültigem Abschluss des Tauschs am kommenden Montag werde das Rating "RD" wieder angehoben. Dann werde Zypern wieder eine Note im niedrigen spekulativen Bereich erhalten - so wie bislang auch.

EZB sieht ebenfalls Zahlungsausfall

Die Europäische Zentralbank (EZB) erklärte, nach dem Anleihentausch vorerst keine Schuldtitel Zyperns als Sicherheit bei Refinanzierungsgeschäften mehr anzuerkennen. Auch die EZB bewertete die Maßnahme als teilweisen Zahlungsausfall.

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