Der russische Präsident Wladimir Putin.

Moskau gegen Hilfspaket Putin kritisiert EU-Pläne für Zypern

Stand: 18.03.2013 11:36 Uhr

Das geplante EU-Rettungspaket für Zypern sorgt auch in Moskau für Verärgerung: Kremlchef Wladimir Putin nannte die geplante Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern "ungerecht, unprofessionell und gefährlich".

Nach den Worten seines Sprechers kritisiert Putin vor allem den Plan, eine einmalige Abgabe auf alle Bankeinlagen in Zypern zu erheben. Sie soll bei Einlagen bis 100.000 Euro 6,75 Prozent betragen, bei Beträgen darüber 9,9 Prozent. Damit sollen 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen.

Russische Firmen sollen 19 Milliarden Dollar angelegt haben

Reiche Russen und Unternehmen wären laut Medien mit Milliardensummen von der Zwangsabgabe auf zyprische Bankeinlagen betroffen. Russische Firmen haben in Zypern geschätzt rund 19 Milliarden Dollar (rund 14,7 Milliarden Euro) angelegt. Über Jahre hinweg galt der Inselstaat für Russen wegen niedriger Steuern und vergleichsweise laxer Bankengesetze als ausgesprochen investorenfreundlich.

Der russische Vizefinanzminister Sergej Schatalow sagte, dass es gerechter wäre, die Gewinne der Bankeinlagen mit einer Sondersteuer zu belegen. Es sei offensichtlich, dass Zypern unter dem Druck der EU diese "erschreckende" Entscheidung getroffen habe. Der zyprische Finanzminister Michalis Sarris wird an diesem Mittwoch in Moskau zu Gesprächen erwartet.

Gazprom: Finanzhilfe für Gasrechte?

Die Führung in Moskau will Finanzhilfen für Zypern an Informationen über Geldeinlagen russischer Unternehmen knüpfen. Der Kreml stört sich daran, dass Kapital in Milliardenhöhe aus Russland abfließt und will erreichen, dass russische Unternehmen ihr Geld in ihrer Heimat anlegen. Medien berichteten, dass der russische Gasmonopolist Gazprom zu Finanzhilfen bereit sei - im Gegenzug für Rechte zur Gasförderung auf Zypern.

Wegen des Streits über die geplante Zwangsabgabe hat das Parlament in Nikosia seine Abstimmung über das EU-Hilfspaket auf Dienstag verschoben.

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