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Verletzung der Privatsphäre Zoom will Rechtsstreit mit Millionenzahlung beilegen

Stand: 02.08.2021 15:34 Uhr

Bei Videokonferenzen des Anbieters Zoom konnten zeitweise Fremde in Unterhaltungen platzen. US-Nutzer zogen deshalb vor Gericht. Zoom erklärte sich nun bereit, ihnen 85 Millionen Dollar zu zahlen.

Der Videokonferenz-Anbieter Zoom hat zur Beilegung eines US-Rechtsstreits über mutmaßliche Privatsphäre-Verletzungen eine Millionenzahlung zugesagt. Das US-Unternehmen will nach eigenen Angaben 85 Millionen Dollar (71,5 Millionen Euro) zahlen.

Die Vereinbarung mit den Klägern sieht auch verbesserte Sicherheitsmaßnahmen von Zoom vor, wie aus eingereichten Gerichtsdokumenten hervorgeht.

"Zoombombing" sorgte für Ärger bei Nutzern

Der Dienst hatte bereits im vergangenen Jahr unter anderem mit dem breiteren Einsatz von Passcodes dafür gesorgt, dass es schwieriger wurde, nur mit einem zufälligen Zoom-Link in eine fremde Videokonferenz reinzukommen. Bei diesen Übergriffen mit dem Namen "Zoombombing" wurden Teilnehmer zum Teil von Unbekannten übel beschimpft.

In dem Rechtsstreit warfen mehrere Kläger der Firma vor, die Privatsphäre von Millionen Nutzern und Nutzerinnen durch das Teilen ihrer Daten mit Facebook, Google und LinkedIn zu verletzen. 

Zoom wies die Vorwürfe zurück, kündigte aber gleichzeitig an, sich im Bereich Sicherheit und Datenschutz zu verbessern. "Die Privatsphäre und Sicherheit unserer Nutzer sind Top-Prioritäten für Zoom", sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Zahlungen müssen noch abgesegnet werden

Im März 2020 hatten mehrere Menschen vor einem kalifornischen Bundesgericht geklagt. Die Einigung auf Schadensersatzzahlungen muss noch von einer US-Richterin in Kalifornien abgesegnet werden.

Zoom war ursprünglich für den Einsatz in Unternehmen gedacht. Mit dem Arbeiten und Lernen von Zuhause in der Corona-Krise wurde der Service aber auf einmal auch von Verbrauchern genutzt, zum Beispiel etwa für Familien-Zusammenkünfte und Yoga-Stunden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren allerdings nicht für eine solche breite Nutzung ausgelegt, wie Zoom damals einräumte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. April 2021 um 11:47 Uhr.