Das Logo und der Schriftzug der Sparkasse auf dem Dach einer Filiale. | Bildquelle: dpa

Wegen Corona in Not Schuldner lassen ihre Zahlungen stunden

Stand: 11.04.2020 12:28 Uhr

Wer wegen Corona in finanzielle Not geraten ist, kann seit Monatsbeginn seine Kreditrückzahlungen stunden lassen. Nach Angaben der Geldhäuser haben das jetzt schon Tausende Verbraucher genutzt.

Tausende Verbraucher haben wegen der Corona-Krise den Aufschub von Kreditrückzahlungen beantragt. Allein die Sparkassen setzten bislang nach Angaben des Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) Zins- und Tilgungsleistungen von 80.000 Kreditnehmern aus.

Seit dem 1. April müssen Banken Verbrauchern, die wegen der Krise in Not geraten sind, die Zahlung von Zins, Tilgung oder Rückzahlung von Konsumenten- und Immobilienkrediten für drei Monate stunden.

Der Bankkunde muss darlegen, dass er krisenbedingte Einnahmeausfälle hat und dadurch in einer Notlage ist, zum Beispiel sein Unterhalt gefährdet ist. Die Stundung gilt bis Ende Juni für Verbraucherkredite, die vor dem 15. März abgeschlossen wurden.

Die Sparkassen hatten bereits einige Tage vorher eine Kulanzregelung eingeführt.

Commerzbank rechnet mit vielen Stundungen

Bei der Commerzbank wurden zum Stichtag 6. April 1,5 Prozent der Gesamtbestandes der Verbraucherkredite gestundet. Das Institut genehmige alle Anträge auf Stundungen, wenn sie wegen der Corona-Krise gestellt würden. Insgesamt rechnet das Geldhaus mit zehn bis 20 Prozent an Anträgen bezogen auf den gesamten Bestand der Verbraucherkredite. Auch bei den Volks- und Raiffeisenbank dürften ihrem Verband BVR zufolge die ersten Anträge eingegangen sein.

Nach Einschätzung von Verbraucherschützern wird eine Stundung allein nicht reichen. Auch Verbraucher bräuchten ein finanzielles Hilfspaket, das ihre Verluste wegen der Corona-Pandemie tatsächlich ausgleiche, fordert der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) in einer Stellungnahme. Sonst würden die finanziellen Probleme nach der Stundung wiederaufleben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in der Sendung „Verbrauchertipp“ am 07. April 2020 um 11:55 Uhr.

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