Chinesischer Geldschein

Währungspolitik China lockert den Yuan-Kurs

Stand: 14.04.2012 16:17 Uhr

China lockert den starren Wechselkurs des Yuan. Nach Angaben der chinesischen Zentralbank darf der Yuan ab Montag ein Prozent nach oben oder nach unten vom Mittel für den Yuan-Dollar-Handel abweichen. Bisher lag die erlaubte Schwankungsbreite bei 0,5 Prozent. Peking macht damit einen weiteren Schritt hin zu einer frei handelbaren Währung.

Die Maßnahme dürfte den Dauerstreit der Volksrepublik mit den USA um den Wechselkurs vor dem IWF-Frühlingstreffen in der kommenden Woche entschärfen. Die westlichen Handelspartner werfen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt vor, ihre Währung künstlich niedrig zu halten, um sich im weltweiten Handel Vorteile zu verschaffen. Denn eine schwache Währung macht die chinesischen Produkte im Ausland billiger.

Geldscheine aus den USA und China

Die Wechselkurse ihrer Währungen sorgten zwischen den USA und China immer wieder für Streit.

Stärkere Rolle des Yuan im Welthandel

Derzeit steuert Chinas Wirtschaft allerdings auf ihr schwächstes Jahr seit langem zu. Zu Jahresanfang war das Plus so gering wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Die Führung in Peking drosselte ihre Wachstumsprognose für 2012 bereits auf 7,5 Prozent. Das wäre das geringste Plus des boomenden Schwellenlandes seit 1990. Die meisten Analysten rechnen deswegen auch nicht mit einer deutlichen Aufwertung der Währung. Einige halten sogar einen Rückgang des Wechselkurses für möglich.

Allerdings will Peking auch die Rolle der chinesischen Währung im Welthandel weiter ausbauen und den Yuan als Alternative zur Leitwährung US-Dollar stärken. So strebt China die Akzeptanz von Krediten in chinesischer Währung insbesondere in aufstrebenden Schwellenländern an. Bisher wird der größte Teil des Welthandels in US-Dollar abgewickelt. Die neuen Finanzkooperationen könnten nach Einschätzung von Experten die Verwendung des Yuan außerhalb Chinas fördern und die Dominanz des Dollar einschränken.

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KOMMENTARE

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Rotkäppchen 15.04.2012 • 00:35 Uhr

Ich empfinde es geradezu als ein Witz, wie sich ...

... hier reaktionäres Wunschdenken in den Tagesschaumeldungen einschleicht. Eigentlich ist soviel Unkenntnis der Nachrichtenmacher ja eher zum Weinen: "Peking öffnet sich ... auf seinem Reformkurs ein Stück weiter dem Westen." Als ob es die größte Sorge der chinesischen Regierung wäre, sich dem Westen zu öffnen. Auch um den Dauerstreit "um den Wechselkurs vor dem IWF-Frühlingstreffen in der kommenden Woche [zu] entschärfen", wird die chinesische Regierung sicher nicht solche weitreichenden Maßnahmen treffen. Das Hauptziel der chinesischen Regierung ist es, nach Jahrhunderten des Kolonialismus und der Unterdrückung und Ausbeutung nun endlich die Lebensqualität der Chinesen nachhaltig zu erhöhen. Die Ausweitung der Schwankungsbreite ist einzig Ausdruck der wachsenden wirtschaftlichen Stärke, die sich z. B. in immer anspruchsvolleren technischen Exportprodukten zeigt. Ebenso ist die Drosselung des Wachstums zu sehen als vorbildliche gesellschaftlich kontrollierte Wirtschaftsentwicklung3.