Eine Bankangestellte zählt Dollar-Noten, Provinz Jiangsu/China | Bildquelle: AP

Chinesische Währung Yuan-Kurs so niedrig wie zuletzt 2008

Stand: 26.08.2019 11:15 Uhr

Chinas Währungshüter haben ein Absinken des Yuan auf ein Elf-Jahres-Tief erlaubt. Ein schwächerer Wechselkurs begünstigt chinesische Exporte und mildert die Folgen der US-Zölle ab - Washington spricht deshalb von Manipulation.

Im fortdauernden Handelsstreit mit den USA hat die chinesische Währung einen neuen Tiefststand erreicht. Auf dem Festland stand der Yuan bei einem Wert von 7,1468 US-Dollar - das ist der niedrigste Wert seit Januar 2008.

Der Kurs des Yuan wird von der Zentralbank des Landes reguliert, die jeden Tag einen neuen Wechselkurs festlegt. Chinas Führung hatte versprochen, eine Abwertung der Währung aus Wettbewerbskalkül zu vermeiden - allerdings warfen die USA Peking wiederholt vor, den Kurs künstlich zu senken, um eigene Exporte günstiger zu machen und die wirtschaftlichen Folgen der US-Zölle abzuschwächen.

Trump warnt US-Firmen vor Geschäften mit China

Die USA und China liegen seit mehr als einem Jahr im Handelsstreit und haben wechselseitig hohe Importzölle verhängt. Am Freitag hatte Peking verkündet, neue Zölle im Wert von 75 Milliarden Dollar auf US-Waren einzuführen. Die Zölle sollen in zwei Schritten Anfang September und Mitte Dezember greifen und für insgesamt mehr als 5000 Produkte gelten.

US-Präsident Donald Trump hatte erbost reagiert. "Unsere großartigen amerikanischen Firmen sind hiermit angewiesen, unverzüglich nach Alternativen zu China zu sehen", twitterte er. Sie sollten ihre Firmen "nach Hause" verlegen und in den USA produzieren.

Trump drohte mit einem Rückgriff auf Ausnahmebefugnisse gemäß dem "International Emergency Economic Powers Act" von 1977. Dieser erlaubt es dem US-Präsidenten, auf der Grundlage einer nationalen Notstandserklärung den Außenhandel zu regulieren und wird üblicherweise gegen Terroristen, Drogenschmuggler und Regime eingesetzt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. August 2019 um 09:45 Uhr in den Nachrichten und um 11:41 Uhr in der Wirtschaft.

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