Yoo Myung-hee (l.) und Ngozi Okonjo-Iweala

Welthandelsorganisation Eine Frau soll WTO-Chefin werden

Stand: 08.10.2020 14:40 Uhr

Der Chefposten der Welthandelsorganisation WTO muss neu besetzt werden. Klar ist nun: Erstmals soll eine Frau an die Spitze rücken. Im Rennen sind noch Ngozi Okonjo-Iweala und Yoo Myung-hee.

Von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Zwei Kandidatinnen sind noch im Rennen. Sie kommen aus Afrika und Asien. Die eine ist Ngozi Okonjo-Iweala aus Nigeria. Die 66-Jährige ist Entwicklungsökonomin. Sie studierte an den US-Elite-Universitäten Harvard und Massachusetts Institute of Technology, MIT. 25 Jahre lang war sie bei der Weltbank, zweimal Finanzministerin ihres Heimatlandes, und derzeit steht sie der Globalen Impfallianz Gavi vor.

Dietrich Karl Mäurer ARD-Studio Zürich

Die andere noch verbliebene Kandidatin für den Chefposten bei der WTO ist Yoo Myung-hee. Die 53-Jährige ist Südkoreas Handelsministerin. Als Chef-Unterhändlerin handelte sie unter anderem vor sechs Jahren ein Freihandelsabkommen mit China aus.

Tiefgreifende Reform als Kernaufgabe

Voraussichtlich im November wird eine von beiden als Generaldirektorin der Welthandelsorganisation dem Ende August vorzeitig aus dem Amt geschiedenen Brasilianer Roberto Azevedo folgen.

Die WTO, deren Ziel es ist, den Welthandel zum Wohle aller Länder zu liberalisieren, steckt in der tiefsten Krise seit ihrer Gründung 1995. Hauptaufgabe der neuen Generaldirektorin wird es sein, die von den USA und anderen Ländern geforderte Reform der Organisation voranzutreiben. Die Regierung in Washington hatte mit einem Austritt gedroht. Schon jetzt blockieren die USA die Nachbesetzung von wichtigen Posten im Bereich der Streitschlichtung bei Handelsstreitigkeiten zwischen Regierungen.

Logo der WTO

Der WTO stehen tiefgreifende Reformen bevor.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
Anna-Elisabeth 08.10.2020 • 20:38 Uhr

@20:18 von alte männer forum

//@ Traumfahrer: Wohin uns alle dieser globale Handel geführt hat, ist doch deutlich gerade in dieser Pandemie zu sehen. Wir brauchen einen freien und fairen Welthandel ohne nazionale Hemmnisse.// Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man den Handel nicht sehr viel gerechter ausgestalten muss. Ich will keine Klamotten tragen (müssen), für die Kinder und Frauen ausgebeutet wurden. Fairer Handel ist das Gebot der Stunde. An allem, was man kauft, verdienen sich die Falschen eine goldenen Nase. Ich bin nicht einmal sicher, ob das nicht auch bei den Fair-Trade-Produkten der Fall ist.