Achim Truger (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa

Neuer Wirtschaftsweiser Truger - ein umstrittener Kandidat

Stand: 13.02.2019 15:55 Uhr

Die Bundesregierung schlägt den Ökonomen Achim Truger als Nachfolger des renommierten Wirtschaftsweisen Bofinger vor. Doch die Meinungen über diese Besetzung gehen auseinander.

Von David Zajonz, ARD-Hauptstadtstudio

Die Wirtschaftsweisen sollen ein neues Mitglied bekommen. Das Bundeskabinett hat sich darauf geeinigt, dass es Achim Truger in den Sachverständigenrat berufen will. Er folgt auf Peter Bofinger und steht für eine gewerkschaftsnahe, -also eher linke- Sicht auf die Wirtschaftspolitik.

Truger ist Volkswirtschaftsprofessor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Zusammen mit den anderen vier Mitgliedern des Sachverständigenrates soll er künftig Gutachten zur wirtschaftlichen Lage für die Bundesregierung erstellen.

Zweifel an der Qualifikation Trugers

Im Vorfeld hatte es Diskussionen über die akademische Eignung von Truger gegeben. Der Düsseldorfer Wirtschaftsprofessor Justus Haucap hatte gesagt, die Gewerkschaften entsendeten ein "wissenschaftliches Leichtgewicht", das kaum auf Augenhöhe mit den anderen vier Mitgliedern diskutieren könne.

Auch Isabel Schnabel, die selbst Mitglied im Sachverständigenrat ist, hatte sich in die Debatte um Truger eingeschaltet: Die wissenschaftliche Qualifikation müsse an oberster Stelle stehen, ansonsten könne der Sachverständigenrat seinem Qualitätsanspruch nicht gerecht werden, kommentierte sie.

Lars Feld, ebenfalls im Sachverständigenrat, schrieb daraufhin auf Twitter, er stelle Trugers Wissenschaftlichkeit direkt in Frage. Mit Schnabel und Feld muss der Neu-Wirtschaftsweise Truger künftig zusammenarbeiten.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 13. Februar 2019 um 16:38 Uhr.

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