Der Hamburger Hafen | Bildquelle: dpa

Konjunkturentwicklung Deutschland entgeht knapp Rezession

Stand: 14.11.2019 09:38 Uhr

Handelskonflikte, eine schwächelnde Weltkonjunktur und der Brexit-Streit: Die deutsche Wirtschaft bekommt das schwierige Umfeld zu spüren - die Sommer-Bilanz fällt dennoch überraschend positiv aus.

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal entgegen fast aller Erwartungen leicht gewachsen - und damit knapp einer drohenden Rezession entgangen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Wäre es wie im zweiten Quartal erneut gesunken, wäre die Definition einer sogenannten technischen Rezession erfüllt gewesen.

Die Statistiker korrigierten zudem ihre Zahlen zum zweiten Quartal - von minus 0,1 Prozent auf minus 0,2 Prozent. Dafür wuchs das BIP im ersten Quartal stärker als zunächst gemeldet, nämlich um 0,5 Prozent statt um 0,4 Prozent. Grund für die neuen Angaben seien neu verfügbare statistische Informationen.

Experten: "Aufschwung ist beendet"

Einen Absturz der deutschen Wirtschaft nach Jahren des Aufschwungs erwarten die meisten Volkswirte ohnehin nicht. "Der Aufschwung ist beendet, bislang ist jedoch nicht von einer breiten und tiefgehenden Rezession auszugehen", schreiben die fünf sogenannten Wirtschaftsweisen in ihrem jüngsten Herbstgutachten.

Allerdings erwarten die Bundesregierung und führende Wirtschaftsforschungsinstitute für das Gesamtjahr 2019 deutlich weniger Wirtschaftswachstum als im vergangenen Jahr. Die jüngsten Prognosen gehen von 0,5 Prozent aus. 2018 hatte die deutsche Wirtschaftsleistung noch um 1,5 Prozent zugelegt.

Stimmung der Verbraucher gedämpft

Internationale Handelskonflikte und der Streit über den Brexit belaten die exportorientierte deutsche Industrie; die Verunsicherung bremst Investitionen. Schlüsselbranchen wie der Auto- und Maschinenbau sowie die Elektro- und Chemieindustrie bekommen das längst zu spüren.

Die Exporte überraschten im September: In dem Monat wurden 4,6 Prozent mehr Waren "Made in Germany" ins Ausland verkauft als ein Jahr zuvor. Auf Jahressicht liegen die Ausfuhren mit 997,1 Milliarden Euro noch um knapp ein Prozent im Plus.

Eine stabile Stütze der deutschen Wirtschaft ist bislang der private Konsum, allerdings dämpft die schwächelnde Konjunktur zunehmend auch die Stimmung der Verbraucher: Die Marktforscher der Nürnberger GfK ermittelten in ihrer monatlichen Konsumklimastudie für November den niedrigsten Wert seit Herbst 2016.

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Morgenmagazin 08:00 Uhr, 14.11.2019

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. November 2019 um 11:00 Uhr.

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