Containerschiff wird im Hamburger Hafen beladen | Bildquelle: REUTERS

Ausblick ins neue Jahr Weniger neue Jobs, weniger Wachstum

Stand: 25.12.2018 10:53 Uhr

Die deutsche Wirtschaft hat einen langen Aufschwung hinter sich. Doch die Luft wird dünner, sagt der DIHK-Präsident. Und die Metall- und Elektroindustrie erwartet für 2019 einen Rückgang des Wachstums.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet im neuen Jahr mit weniger neuen Jobs in Deutschland. DIHK-Präsident Eric Schweitzer erwartet, dass 500.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

Das sei ein nicht mehr ganz so hoher Zuwachs wie in den Vorjahren, sagte Schweitzer der dpa. Für dieses Jahr geht der DIHK von einem Stellenplus von 580 .000 aus, 2017 waren es 630.000 neue Jobs.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer | Bildquelle: dpa
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DIHK-Präsident Schweitzer: "Ich glaube, wir hatten selten wirtschaftlich so viel Unsicherheit wie zurzeit: Brexit, Handelsstreitigkeiten, instabile Lage in Italien oder der Türkei, Konflikte im Nahen Osten, drohende Autozölle der USA."

Die Luft wird dünner

"Wir rechnen mit einem schwächeren Wachstum. Vor allem die Exporterwartungen werden schwächer", sagte Schweitzer. Das Weltwirtschaftsklima kühle sich zwar ab, "die akute Gefahr einer Rezession sehen wir nicht, die Luft wird aber dünner".

Der alles überragende Handelskonflikt sei der zwischen den USA und China. Ein Handelskrieg würde zu immensen Verwerfungen in der Weltwirtschaft führen, betonte Schweitzer. "Das hätte gravierende Auswirkungen auf Deutschland. Kein Land ist so stark abhängig vom Export wie wir."

Es fehlt an Fachkräften

Dazu komme der Fachkräftemangel, der für die Betriebe bundesweit ein immer größeres Problem werde. 1,6 Millionen Stellen könnten Unternehmen längerfristig nicht besetzen.

Daher setzt das Handwerk auch auf gut ausgebildete Flüchtlinge. "Es gibt viele geduldete Asylbewerber, die bereits in Deutschland sind und hier arbeiten oder eine Ausbildung machen", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der dpa.

Ein Schweißer aus Somalia bei Arbeiten für eine Firma in Fürstenwalde, Brandenburg | Bildquelle: dpa
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Ein Schweißer aus Somalia bei Arbeiten für eine Firma in Fürstenwalde.

"Das sind dann genau die Facharbeiter, die wir brauchen, die gut integriert sind und Deutsch sprechen. Und warum sollen wir die zurückschicken? Das sind die Falschen, die wir abschieben. Die, die wir brauchen können, sollten wir auch hier behalten. Alles andere wäre wirklich Irrsinn."

Deshalb sei das Fachkräfteeinwanderungsgesetz "genau der Schritt in die richtige Richtung, den wir uns gewünscht haben", meint der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger. Nach einer Befragung gebe es bereits in jedem vierten Unternehmen der Metallbranche Produktionsbehinderungen wegen fehlender Arbeitskräfte.

Gesenkte Prognosen, keine Rezession

Gesamtmetall rechnet für kommendes Jahr mit einem leichten Rückgang des Wachstums auf 1,5 Prozent im nächsten Jahr - für dieses Jahr erwartet der Verband noch einen Produktionsanstieg von real 2,0 bis 2,5 Prozent.

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2019 ebenfalls zuletzt deutlich heruntergeschraubt. Die Gefahr einer Rezession sehen sie aber nicht.

Über dieses Thema berichteten B5 aktuell am 29. November 2018 um 06:35 Uhr und Deutschlandfunk am 24. Dezember 2018 um 10:10 Uhr.

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