Eine Frau geht an einem Büro der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY vorbei. | Bildquelle: AFP

Wirecard-Skandal Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Prüfer

Stand: 04.12.2020 19:40 Uhr

Im Skandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard stehen schwere Vorwürfe gegen Wirtschaftsprüfer der Firma EY im Raum. Nach einer Anzeige der zuständigen Aufsichtsstelle hat die Staatsanwaltschaft nun Ermittlungen aufgenommen.

Die Staatsanwaltschaft München hat Ermittlungen gegen Verantwortliche bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY wegen deren Rolle im Wirecard-Skandal aufgenommen. Zuvor hatte die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) Anzeige erstattet. Diese habe man "inzwischen ausführlich geprüft", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. "Da sie konkrete Beschuldigte und Strafvorschriften bezeichnet, haben wir, wie es die Aktenordnung vorgibt, ein Ermittlungsverfahren gegen die namentlich Genannten eingetragen."

Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens sei die normale Vorgehensweise, so die Sprecherin. "Unsere Ermittlungen im Gesamtkomplex Wirecard führen wir weiterhin ergebnisoffen gegen zahlreiche Beschuldigte, die wir aus ermittlungstaktischen Gründen nicht offenlegen möchten."

EY sieht kein strafrechtlich relevantes Verhalten

Die APAS hatte die Staatsanwaltschaft bereits im November eingeschaltet. Damals erklärte ein EY-Sprecher, man sehe "keinerlei Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten von Abschlussprüfern von EY im Fall Wirecard".

Der FDP-Obmann im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags, Florian Toncar, sagte: "Schon bisher sprach alles dafür, dass bei der Abschlussprüfung gravierende Fehler gemacht wurden. Dass diese sogar strafrechtliche Relevanz haben könnten, gibt dem Fall eine ganz neue Dimension."

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