Ex-VW-Chef Martin Winterkorn | Bildquelle: REUTERS

VW-Wertpapiergeschäfte US-Börsenaufsicht verklagt Winterkorn

Stand: 15.03.2019 08:54 Uhr

VW hat 2014 und 2015 Wertpapiere in den USA ausgegeben, obwohl Top-Manager bereits von Abgasmanipulationen wussten. Die US-Börsenaufsicht spricht von Betrug und verklagte nun den Konzern und Ex-Chef Winterkorn.

Die US-Börsenaufsicht (SEC) hat im Zusammenhang mit dem Dieselskandal Anklage gegen Volkswagen und den früheren Konzernchef Martin Winterkorn erhoben. Sie beschuldigt das Unternehmen und den Manager, Anleger in den USA betrogen zu haben.

VW habe dort von April 2014 bis Mai 2015 Unternehmensanleihen und verbriefte Wertpapiere in Höhe von über 13 Milliarden Dollar ausgegeben, während Top-Manager des Konzerns bereits von den Abgasmanipulationen gewusst hätten. Der Konzern habe nie "die Hunderte von Millionen Dollar" zurückgezahlt, die er bei den Wertpapiergeschäften "auf betrügerische Weise eingenommen" habe.

VW hält Klage für fehlerhaft

Die Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika spiegelt sich im Logo eines VW-Autos. | Bildquelle: picture alliance / Friso Gentsch
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VW kündigte an, sich entschieden gegen die Klage zu wehren.

Winterkorns Anwalt war zunächst nicht zu erreichen. Volkswagen erklärte, der Konzern werde sich energisch gegen die Klage wehren. Sie sei juristisch und von der Sachlage her fehlerhaft. Dabei gehe es um Wertpapiere, die nur erfahrenen Anlegern verkauft worden seien. Die Investoren seien nicht geschädigt worden und hätten sämtliche mit den Papieren verbundenen Zahlungen vollständig und pünktlich erhalten.

VW hatte bereits in seinem jüngst vorgestellten Jahresbericht 2018 darauf hingewiesen, dass die SEC Auskunft wegen möglicher Verletzungen von Wertpapiergesetzen verlangt habe. Der Dieselskandal war im September 2015 bekanntgeworden. Volkswagen hatte sich schließlich in den USA schuldig bekannt, Abgaswerte manipuliert und dies vor den Behörden verschleiert zu haben. Die daraus resultierenden Straf- und Entschädigungszahlungen belaufen sich auf mehr als 25 Milliarden Dollar.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. März 2019 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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