Windräder stehen auf Feldern | dpa

Vor allem Windenergie Anteil der Erneuerbaren gesunken

Stand: 28.09.2021 14:04 Uhr

Angesichts des Klimawandels müssen die erneuerbaren Energien stark ausgebaut werden. Darin ist sich die Politik und Wissenschaft einig. Um so mehr dürften die neuesten Zahlen für Ernüchterung sorgen.

In Deutschland ist der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch gesunken. Grund war hauptsächlich die schwache Entwicklung bei der Windenergie. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres lag der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bei nur noch 43 Prozent. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren noch 48 Prozent des verbrauchten Stroms in Deutschland auf diese Weise erzeugt worden, wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute mitteilten.

Grund für das Minus war einerseits das sehr windreiche erste Quartal 2020. Außerdem war im ersten Lockdown der Pandemie deutlich weniger Strom verbraucht worden. Da die Quote der erneuerbaren Energien als Anteil am Stromverbrauch ausgewiesen wird, führt ein geringerer Verbrauch automatisch zu einem Anstieg des prozentualen Wertes. Inzwischen liegt der Stromverbrauch den Angaben zufolge wieder auf dem üblichen Niveau.

Solarenergie holt auf

Besonders enttäuschend entwickelte sich die Windenergie im Juni. Mit 3,4 Milliarden Kilowattstunden wurde so wenig Strom erzeugt wie zuletzt im August 2015. Durch Solarenergie wurden im selben Monat 7,8 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Dies waren elf Prozent mehr als im bislang stärksten Monat, dem Juni 2019, mit sieben Milliarden Kilowattstunden.

Im vergangenen Jahr wurde knapp ein Viertel des in Deutschland verbrauchten Stroms durch Windenergie und fast neun Prozent durch Solarenergie erzeugt. Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Anteile jeweils in etwa verdreifacht. Allerdings beziehen sich die Anteil nur auf den Stromverbrauch und nicht auf den gesamten Energieverbrauch. Zuletzt hatte es zudem vermehrt Berichte über einen stockenden Ausbau der Windkraft gegeben.

Forderungen an die Politik

"Die Energiewende muss ganz oben auf der To-Do-Liste der neuen Bundesregierung stehen", sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, mit Blick auf die beginnenden Koalitionssondierungen. Vor allem beim Ausbau der Windenergie an Land müsse es mehr Tempo geben.

Frithjof Staiß, geschäftsführender Vorstand des ZSW, mahnte Fortschritte beim Stromsparen und der Energieeffizienz an. "Darum muss sich die neue Bundesregierung intensiver kümmern, wenn sie das ambitionierte Klimaschutzziel von 65 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen gegenüber 1990 bis zum Jahr 2030 erreichen will", sagte er.

Über dieses Thema berichteten SWR2 Aktuell am 24. September 2021 um 18:05 Uhr und Deutschlandfunk Kultur am 25. September 2021 um 06:47 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Moderation 28.09.2021 • 19:51 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Die Moderation