Container im Hafen von Singapur | AFP

WTO zur Konjunkturerholung Welthandel übertrifft Vor-Corona-Niveau

Stand: 04.10.2021 14:54 Uhr

Der globale Warenaustausch erholt sich der Welthandelsorganisation WTO zufolge rascher von der Corona-Pandemie als bislang angenommen. Allerdings ist das Handelswachstum sehr ungleich verteilt.  

Nach dem Corona-Einbruch im Jahr 2020 ist der weltweite Warenhandel nach Angaben der Welthandelsorganisation (WTO) auf Höchstmarken geklettert und hat im ersten Halbjahr 2021 das Niveau von vor der Pandemie übertroffen. Deshalb passte die WTO ihre Welthandelsprognosen für 2021 und 2022 nach oben an.

Sie schätzt nun, dass das Handelsvolumen im Gesamtjahr 2021 um 10,8 Prozent wächst. Im März war sie noch von plus 8,0 Prozent im Jahresvergleich ausgegangen. Für das kommende Jahr erwartet die WTO plus 4,7 Prozent.

Engpässe bei wichtigen Produkten wie Mikrochips und Staus in großen Handelshäfen könnten allerdings die Lieferketten belasten und den Warenaustausch dämpfen, ebenso wie hohe Transportkosten, räumen die Fachleute ein. Im Corona-Jahr 2020 war der weltweite Warenhandel noch um 5,3 Prozent geschrumpft. Der Handel mit Dienstleistungen liegt nach WTO-Angaben aber noch weit unter dem Niveau von vor der Pandemie.

Wachstum ungleich verteilt

Die größten Risiken gehen nach Einschätzung der Organisation zufolge noch immer von der Pandemie aus: "Der ungleiche Zugang zu Impfstoffen verschärft die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Regionen", warnte WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala vor Rückschlägen. "Je länger die Ungleichheit beim Zugang zu Impfstoffen anhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch gefährlichere Covid-19-Varianten auftauchen und die bisherigen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Fortschritte wieder zunichte machen."

Das Handelswachstum sei sehr ungleich verteilt, so die WTO weiter. Beim Exportwachstum hinkten der Nahe Osten, Südamerika und Afrika hinterher, beim Importwachstum der Nahe Osten, die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Afrika.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Oktober 2021 um 16:00 Uhr.