Mehrere 100-Dollar-Banknoten | REUTERS

Ermittler stellen Geld sicher Millionenbetrug mit US-Covid-Hilfen

Stand: 26.08.2022 19:58 Uhr

US-Ermittler haben 286 Millionen Dollar sichergestellt, die Betrüger durch gefälschte Anträge an Corona-Hilfen erhalten hatten. Doch der Staat dürfte noch um eine weit höhere Summe betrogen worden sein.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Die Betrüger benutzten falsche oder gestohlene persönliche Informationen, um bei einer Online-Bank ungefähr 15.000 Bankkonten anzulegen. Von dort beantragten sie Unterstützung aus dem Covid-Rettungsfonds, mit dem die US Regierung eigentlich Kleinunternehmern durch die Pandemie helfen wollte. Nachdem die Bank misstrauisch geworden war, stellten die Ermittler rund 286 Millionen Dollar sicher, das sind umgerechnet rund 286 Millionen Euro.

Katrin Brand ARD-Studio Washington

Die US-Regierung, erst unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump, dann unter Präsident Joe Biden, hatte nach Beginn der Pandemie mehrere Billionen Dollar an die Amerikanerinnen und Amerikaner verteilt. Es gab Geld für Unternehmer, die ihre Angestellten nicht entließen. Es gab Geld für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihren Job verloren hatten. Aber es gab kaum Kontrollen, ob die Empfänger tatsächlich Anspruch auf die Hilfsgelder hatten.

Tausende Ermittlungsverfahren

Die Schätzungen, wie viele Milliarden der Staat in den USA durch Betrug verloren hat, variieren. Es könnten hunderte Milliarden Dollar sein. Der Secret Service hat in den vergangenen zwei Jahren fast 4000 Ermittlungen eingeleitet, die sich mit Betrug im Zusammenhang mit der Pandemie beschäftigten. Bisher wurden 2,3 Milliarden Dollar an die Arbeitslosenversicherungen der Bundesstaaten zurückgegeben.

Inzwischen gibt es im Justizministerium eine Task Force, die dem Betrug bei Covid-Hilfsgeldern nachgeht. Mehrere hundert Menschen sind bereits wegen Betrugs verurteilt worden. Doch nach Auffassung der Behörden stehen die Ermittlungen erst am Anfang.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 26. August 2022 um 20:07 Uhr.