Eine 50-Euro-Banknote auf mehreren Dollar-Scheinen | REUTERS

Kapitalkontrollen Russland begrenzt Ausfuhr von Devisen

Stand: 02.03.2022 09:52 Uhr

Russland verbietet von heute an die Ausfuhr von ausländischem Bargeld im Wert von umgerechnet mehr als 10.000 Dollar. Das soll die Kapitalflucht aus dem Land verhindern.

Russland hat die Ausfuhr von Devisen eingeschränkt. Von heute an ist es verboten, ausländisches Bargeld im Wert von mehr als umgerechnet 10.000 Dollar außer Landes zu bringen. Dieser Grenzwert entspricht knapp 9000 Euro. Damit soll ein Abfluss von Kapital verhindert werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete gestern ein entsprechendes Dekret, das nun in Kraft trat. Er begründete sein Verbot der Ausfuhr von ausländischem Bargeld mit "unfreundlichen" Schritten der USA und anderer westlicher Staaten und Organisationen gegen Russland.

Russen versuchen, Bargeld in Sicherheit zu bringen

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine verlassen auch Bürger Russland, weil sie Angst vor einer Verschärfung der Lage haben. Deshalb versuchen sie, ihr Bargeld in Sicherheit zu bringen. Viele Menschen in Russland ziehen derzeit Geld von ihren Konten ab. An den Bankautomaten etwa in der Moskau bilden sich infolge der westlichen Sanktionen gegen russische Banken seit Tagen lange Warteschlangen. In Geschäften funktionieren einige Kartenzahlungen nicht mehr. Auch eine Reihe von Bankautomaten gibt kein Geld mehr aus.

Menschen in Russland fürchten als Folge des Kriegs und der Sanktionen um ihre Ersparnisse. Die Landeswährung Rubel hat vor allem zu Beginn dieser Woche gegenüber wichtigen ausländischen Währungen massiv an Wert verloren. Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate in Russland in diesem Jahr deutlich steigen wird. Aus Angst vor einer weiteren Entwertung des Rubels kaufen viele Russen etwa in Moskau derzeit Technik wie Mobiltelefone, bevor die Preise hochgesetzt werden. In vielen Lebensmittelmärkten klebt das Verkaufspersonal nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa bereits neue Etiketten für westliche Waren angesichts des Kursverfalls des Rubel.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. März 2022 um 13:35 Uhr.