Ölförderung in Saudi-Arabien | REUTERS

Überlegungen in OPEC+ Muss Russland das Ölkartell verlassen?

Stand: 01.06.2022 09:34 Uhr

Ein Grund für die anhaltend hohen Ölpreise sind die Fördermengen, die das Ölkartell OPEC+ mit Russland festlegt. Nun scheint sich, in dem Verbund Unruhe breitzumachen - wegen des Umgangs mit Russland.

Von Jan Plate, ARD-Börsenredaktion

Hohe Ölpreise füllen die Kassen bei Ölfirmen und Ölexportländern. Das schürt unter anderem Kritik am Kartell der Ölexporteure, am Ölverbund OPEC, zu dem als OPEC+ auch Russland gehört. Wegen der hohen Ölpreise fordern manche Kunden wie die USA, die Förderung auszuweiten, um die Ölpreise zu senken. Bisher hat sich die OPEC+ da zögerlich gezeigt.

Doch nun scheinen einige Mitglieder des Ölkartells OPEC einem Medienbericht zufolge zu erwägen, Russland aus einer Ölfördervereinbarung auszuschließen. Grund der Überlegungen sei, dass die westlichen Sanktionen die russischen Möglichkeiten beeinträchtigten, mehr Rohöl zu produzieren, meldet das "Wall Street Journal".

Diskussion über Russlands Ausschluss aus OPEC+

Bei einem Ausschluss Russlands könnten dann Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere OPEC-Mitgliedsländer mehr fördern, um die Produktionsziele zu erreichen. Einige Experten sprechen und spekulieren schon über ein mögliches Ende der OPEC+ mit Russland. Wobei der Ölpreis nach dem von der EU beschlossenen teilweisen Öl-Embargo gegen Russland erstmal hoch bleibt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Juni 2022 um 12:00 Uhr.