Erdölförderung | REUTERS

Entscheidung der OPEC+ Ölfördermenge wird leicht erhöht

Stand: 02.12.2021 16:37 Uhr

Die OPEC+ wollen trotz globaler Sorgen um die neue Coronavirusvariante Omikron an ihrer geplanten Produktionserhöhung festhalten. Das gab die Allianz der Ölstaaten bekannt. Welche Folgen hat das für den Ölpreis?

Von Bianca von der Au, ARD-Börsenstudio

Immerhin: An Deutschlands Tankstellen sind die Benzinpreise seit langem mal wieder gefallen. Das schreibt der Automobilclub ADAC in seiner wöchentlichen Auswertung der Preise an 14.000 Tankstellen, verweist aber auch darauf, dass der November insgesamt neue Jahreshöchststände gebracht habe. Doch ist der Ölpreis in nur sieben Tagen um 15 Prozent abgerauscht, das machte sich gleich beim Tanken bemerkbar.

Drei Faktoren machen OPEC zu schaffen

Grund für den jüngsten Preissturz ist die Unsicherheit wegen der neuen Virusvariante Omikron. Aber die dürfte vorübergehen, glauben Experten: "Wir gehen davon aus, dass diese neue Covid-Variante bestenfalls kurzfristige Auswirkungen auf die Nachfrage haben sollte", sagt Rohstoffanalyst Thomas Benedix von der Union Investment. "Die Risiken für die Nachfrage sind auch schon eingepreist bei 70 US-Dollar je Fass Öl."

Und mit diesem Preis könnten die Erdöl exportierenden Länder gut leben. Denn aktuell sei das Umfeld alles andere als einfach, so Benedix. "Die OPEC hat im Moment gegen drei Dinge zu kämpfen: die saisonal nachlassende Nachfrage, die teilweise Auflösung der strategischen Reserven in einigen Ländern und die Nachfrage-Unsicherheit durch die neue Omikron-Variante."

Preisanstieg ja - aber nicht mehr so steil?

Dennoch hat die Öl-Alianz Opec+ nun auf ihrem Treffen entschieden, bei der geplanten leichten Erhöhung der Öl-Fördermenge zu bleiben, was den Ölkurs als Reaktion zunächst fallen lässt. Doch scheint sie davon auszugehen, dass die Nachfrage im kommenden Jahr wieder steigen wird. Die Verbraucher müssen sich ohnehin auf deutlich steigende Heizkosten einstellen: "Die Preissteigerung, die wir jetzt aktuell auf dem Markt sehen, werden die Verbraucher im nächsten Jahr mit ihrer Heizkostenabrechnung spüren", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Klimaschutzberatung co2online. "Wir gehen aktuell davon aus, dass es sich, wenn man mit Heizöl heizt, auf 44 Prozent belaufen wird."

Immerhin ein Viertel der deutschen Haushalte heizt noch mit Öl, und rund die Hälfte heizt mit Gas. Die dürfen sich aber auch auf eine Erhöhung von bis zu 20 Prozent gefasst machen, wie das Vergleichsportal Verivox errechnet hat. Eine gute Nachricht immerhin: Einen so starken Anstieg der Ölpreise wie in diesem Jahr wird es zum kommenden Jahr nicht geben. Denn 2019 war der Ölpreis auf einem extrem niedrigen Niveau wegen der weltweiten Lockdowns und der eingebrochenen Nachfrage.

Sprit wird absehbar teurer

Mit Blick aufs kommende Jahr dürfte Benzin an deutschen Tankstellen trotzdem teurer werden, prognostiziert Analyst Benedix. Und das habe eher politische Gründe, denn: "Über zwei Drittel des Tankstellenpreises geht auf Steuern und Abgaben zurück in Deutschland", so der Experte. "Und mit der CO2-Bepreisung, die jedes Jahr ein bisschen höher wird, komme zusätzlich ein Aufschlag auf den Benzin- und Dieselpreis an der Tankstelle drauf."

Durch die dieses Jahr in Kraft getretene CO2-Steuer soll sich bis 2025 jeder Liter Benzin um 15 Cent verteuern. Das ist politisch gewollt, um den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben. Das Verbraucherportal Co2online rät dazu, das Thema energetische Sanierung mehr in den Blick zu nehmen - dadurch könne nicht nur CO2, sondern auch Geld eingespart werden. Und so haben nicht nur die Weltmärkte einen Einfluss auf die Heiz- und Benzinkosten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Dezember 2021 um 13:35 Uhr.