Erdölförderung | picture alliance / dpa

Erdölförderung OPEC+ bleibt bei moderater Erhöhung

Stand: 04.10.2021 18:42 Uhr

Die Mitgliedstaaten der Erdöl-Förderländer wollen ihr Ölangebot nur moderat anheben - ungeachtet der hohen Nachfrage. In der Folge ist der Ölpreis auf den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert.

Von der Organisation erdölexportierender Länder, OPEC, ist vorerst keine Entlastung der Ölpreise zu erwarten. Die Mitgliedstaaten dieses Kartells haben sich heute dafür entschieden, die Förderquoten trotz des bestehenden Preisdrucks an den Energiemärkten nicht auszuweiten.

Die Gruppe werde wie geplant im November die Quoten um monatlich 400.000 Barrel pro Tag anheben, teilte die "OPEC+" nach einem Online-Treffen der Ölminister der beteiligten Staaten mit. Zu der Gruppe zählen neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland. Der Verzicht auf eine stärkere Rohöl-Förderung trieb die Sorte Brent um bis zu 3,4 Prozent auf 82,00 Dollar. US-Öl WTI verteuerte sich um bis zu 3,3 Prozent auf 78,38 Dollar je Barrel (159 Liter). Angesichts der um mehr als 50 Prozent gestiegenen Ölpreise in diesem Jahr wuchs zuletzt der Druck auf das Förderkartell, die Ölhähne weiter aufzudrehen.

Angst vor der vierten Welle

"Wir werden die Situation beobachten, wie wir wissen, sinkt die Nachfrage normalerweise im vierten Quartal", sagte der stellvertretende russische Premierminister Alexander Nowak. Die Pläne zur Steigerung der Produktion seien einheitlich. "Wir werden beobachten, wie der Markt ausbalanciert wird."

Zwar ist der Druck auf das Kartell zuletzt gewachsen, weil die weltweite Erholung der Konjunktur von der Pandemie an Fahrt aufnehme und Nachfrage nach Erdöl beschleunige. Doch die OPEC-Staaten sind die In Sorge, dass die Weltwirtschaft möglicherweise doch weniger stark wachsen könnte als gedacht. "Wir haben Angst vor der vierten Corona-Welle, niemand will große Schritte unternehmen", betonte ein von der Agentur Reuters zitierter Insider.

Es wird noch teurer - auch an den Zapfsäulen

Die großen Erdöl-Förderländer hatten im Juli vereinbart, die Produktion bis mindestens April 2022 um monatlich 400.000 Barrel pro Tag zu steigern, um 5,8 Millionen Barrel pro Tag der bestehenden Produktionskürzungen auslaufen zu lassen. Während sich die Nachfrage nach der Corona-Pandemie schnell erholt hat, belasteten Wirbelstürme die US-Förderung. Zudem wurden in der Branche während der Pandemie Investitionen auf Eis gelegt.

Angesichts der angespannten Versorgungslage haben Marktbeobachter ihre Preisprognosen nach oben korrigiert. So warnt die Bank of America: "Ein kalter Winter könnte die Preise für Brent-Öl über 100 Dollar pro Barrel und Diesel über 120 Dollar pro Barrel treiben."

Die steigenden Ölpreise machen sich auch an den Zapfsäulen bemerkbar: Am Wochenende kostete Super der Sorte E10 erstmals seit 2013 im bundesweiten Tagesdurchschnitt mehr als 1,60 Euro pro Liter.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Oktober 2021 um 17:00 Uhr.