Erdgastanker am Gas-Terminal Snövit bei Hammerfest, Norwegen | picture alliance / Hinrich Bäse

Hohe Gaspreise Norwegen mit Rekord-Handelsüberschuss

Stand: 16.01.2023 13:45 Uhr

Verbraucher kämpfen mit den Folgen hoher Gaspreise. Norwegen profitiert dagegen stark davon. Das skandinavische Land verbuchte 2022 einen Rekord-Handelsüberschuss. Zuletzt sind die Preise aber stark gesunken.

Norwegen hat den Handelsüberschuss im vergangenen Jahr aufgrund der hohen Gaspreise fast verdreifacht. Das skandinavische Land kam 2022 auf Gesamtexporte im Wert von rund 2,6 Billionen norwegischen Kronen (243 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 87,2 Prozent zum Vorjahr, wie die norwegische Statistikbehörde SSB mitteilte.

Importiert wurden Waren im Wert von gut 1,0 Billionen Kronen. Damit kommt Norwegen auf einen Handelsüberschuss von knapp 1,6 Billionen Kronen, umgerechnet sind das 147 Milliarden Euro - ein Rekord.

Profiteur der Energiepreise

Die Erdgasexporte sind die Hauptursache für das enorme Plus. Die Einnahmen hätten sich im Jahresvergleich auf den Wert von 1,36 Milliarden Kronen fast verdreifacht, was mehr als der Hälfte des Gesamtexportwertes 2022 entspricht. Im vergangenen Jahr wurden 117,7 Milliarden Normkubikmeter gasförmiges Erdgas exportiert, 3,3 Prozent mehr als 2021. Dies entsprach dem zweithöchsten Exportvolumen nach dem Rekordjahr 2017.

Zugleich exportierte das Nicht-EU-Land Rohöl im Wert von knapp 549 Milliarden Kronen, 54,8 Prozent mehr als 2021. Dabei sank das Öl-Exportvolumen um drei Prozent.

Deutschlands wichtigster Gaslieferant

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine waren die Energiepreise 2022 in die Höhe geschnellt. Ein verminderter Zugang zu russischem Gas sei die Hauptursache für den Preisanstieg, erklärte die SSB-Außenhandelsstatistikerin Therese Vestre. Aktuell geben die Preise allerdings nach. Heute sackte der Preis des als Referenz geltenden Terminkontrakts TTF an der Energiebörse in den Niederlanden unter die Marke von 60 Euro.      

Norwegen hat Russland im vergangenen Jahr auch als wichtigster Gaslieferant für Deutschland abgelöst. 33 Prozent des 2022 von der Bundesrepublik importierten Gases kamen nach Angaben der Bundesnetzagentur aus Norwegen, noch 22 Prozent aus Russland. Im Jahr 2021 hatte Russland noch 52 Prozent des Gases geliefert.