Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, spricht bei der Feier zum 76-jährigen Bestehens der Arbeiterpartei des Landes. | dpa

Nordkoreas Machthaber Kim nennt wirtschaftliche Lage "düster"

Stand: 11.10.2021 14:20 Uhr

In einer Rede zum Parteijubiläum spricht Nordkoreas Machthaber Kim von einer "düsteren Lage" der Wirtschaft im Land. Zudem appellierte er an seine Staatsbediensteten, die Lebensbedingungen für die Bevölkerung zu verbessern.

So deutlich wie selten zuvor ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un öffentlich auf die prekäre wirtschaftliche Lage seines Landes eingegangen. In einer Rede anlässlich des 76. Gründungstags der regierenden Arbeiterpartei forderte er seine Staatsbeamten dazu auf, sich angesichts einer "düsteren Lage" darauf zu konzentrieren, die Lebensbedingungen und die Ernährungslage der Bevölkerung zu verbessern.

"Der einzige Weg, die beispiellose, entscheidende Arbeit trotz der düsteren Lage dynamisch voranzutreiben, besteht darin, dass sich die gesamte Partei vereint", sagte Kim. "Staatsbedienstete sollten sich keine Privilegien oder bevorzugte Behandlung erhoffen und jederzeit überlegen, "ob ihre Arbeit die Interessen des Volks verletzt oder dem Volk Schwierigkeiten bereitet". Laut Kim steht das Land zudem vor großen Aufgaben bei der Entwicklung der Staatswirtschaft und beim Erreichen der festgelegten Wirtschaftsziele.

Wirtschaft seit Jahren unter Druck

Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, wurde der Feiertag in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang mit mehreren Kunstaufführungen und einem Feuerwerk begangen. Eine Militärparade soll allerdings nicht abgehalten worden sein.

Internationale Sanktionen, die wegen Nordkoreas Atom- und Raketenprogrammen verhängt wurden, setzen die Wirtschaft des praktisch vollständig von der Außenwelt isolierten Landes seit Jahren unter Druck. Hinzu kommen die Folgen schwerer Unwetter und Überschwemmungen.

Letzte diplomatische EU-Vertretung geschlossen

In einem Bericht eines Mitarbeiters der Vereinten Nationen heißt es, der schwächste Teil der Bevölkerung sei von Hunger bedroht, nachdem sich das Land während der Corona-Pandemie noch stärker abgeschottet hatte. Die sich verschlechternde humanitäre Lage kann laut der UN zur Krise werden.

Am Wochenende sollen zudem zwei rumänische Botschaftsmitarbeiter Nordkorea verlassen haben, wie das Fachmedium NK News berichtet. Damit sei die letzte diplomatische Vertretung eines Landes der Europäischen Union in Nordkorea geschlossen worden.