Blick auf Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung).  | dpa

Gas-Pipeline Nord Stream 1 Weiterbetrieb hängt laut Moskau von anderen ab

Stand: 14.07.2022 18:40 Uhr

Nach Darstellung Russlands hängt der Weiterbetrieb von Nord Stream 1 auch vom Westen ab. Als mögliches Hindernis werden etwa Sanktionen im Zusammenhang mit der in Kanada reparierten Turbine aufgeführt.

Die Wiederinbetriebnahme der Gas-Pipeline Nord Stream 1 nach den aktuellen Wartungsarbeiten liegt nach Angaben Russlands auch im Verantwortungsbereich des Westens. So werden als mögliches Hindernis etwa die westlichen Sanktionen aufgeführt. "Was den Betrieb der Gas-Pipeline in der Zukunft betrifft, so wird viel von unseren Partnern abhängen - sowohl in Bezug auf die Nachfrage nach Gas als auch in Bezug auf die Verhinderung negativer Auswirkungen unrechtmäßiger restriktiver Maßnahmen", sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, laut der Agentur Interfax.

Sacharowa verwies konkret auf den Fall einer Gasturbine, die in Kanada überholt, dann aber aufgrund westlicher Sanktionen nicht nach Russland zurückgeliefert wurde. Nach russischen Angaben ist die Turbine zur Wiederinbetriebahme von Nord Stream 1 unverzichtbar.

Mittlerweile hat Kanada allerdings entschieden, die Turbine an Deutschland zu übergeben. Von dort aus soll sie weitergereicht werden nach Russland. Gegen russisches Gas hat die Europäische Union noch keine Sanktionen verhängt, weshalb die Lieferung von Deutschland aus legal wäre.

Wartung bis zum 21. Juli

Die Bundesregierung hatte zuvor erklärt, mit der Lieferung der in Kanada gewarteten Turbine gebe es für Russland keinen Grund mehr, die Gaslieferungen durch Nord Stream 1 zu drosseln. Derzeit wird die Pipeline bis zum 21. Juli aber ohnehin gewartet.

Russland hatte im Juni die Gaslieferungen nach Deutschland deutlich gedrosselt und das mit dem fehlenden Teil begründet. In Europa wiederum gibt es derzeit die Sorge, dass Russland aus politischen Gründen den Gashahn nach Ende der aktuellen Wartungsarbeiten an den Rohren nicht wieder aufdrehen könnte.

Erst am Mittwoch hatte der russische Energiereise Gazprom erklärt, er könne keine Prognose zur Wiederinbetriebnahme der Ostsee-Pipeline abgeben. Grund sei, dass ihm eine Bestätigung fehle, dass die Turbine tatsächlich an das für die Installation verantwortliche Unternehmen Siemens geliefert werde.