Menschen stehen vor dem Eingang der Beijing Stock Exchange | EPA

Beijing Stock Exchange China bekommt dritten Börsenplatz

Stand: 15.11.2021 09:35 Uhr

In Chinas Hauptstadt ist am Morgen der dritte Börsenplatz des Landes eröffnet worden. Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte sich für die "Beijing Stock Exchange" stark gemacht.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Seit 9.30 Uhr Ortszeit wird an Chinas neuem Börsenplatz gehandelt. Eine Reporterin des staatlichen Senders CCTV berichtete zum Auftakt live aus dem Börsensaal in Peking. Gelistet sind an der "Beijing Stock Exchange", kurz BSE, kleine und mittelständische Unternehmen. Die chinesische Hauptstadt soll der Handelsplatz Nummer Eins für Aktien mittelständischer Technologie- und Industrie-Unternehmen werden.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

"Die Ausrichtung des neuen Börsenplatzes zeigt, wie Chinas Industrie künftig aufgestellt werden soll", sagt Zhou Hao, Analyst bei der Commerzbank in Singapur und Experte für die Wirtschaft in Schwellenländern. "In der chinesischen Wirtschaft sollen künftig vor allem sogenannte Hidden Champions gefördert werden, also aufstrebende neue Unternehmen mit viel Innovationskraft und modernsten Technologien. Kleine und mittelständische Unternehmen sollen künftig auch mehr Arbeitsplätze in China schaffen, um die große Zahl von Hochschulabsolventen aufzunehmen."

Von kommunistischer Staatsführung vorangetrieben

Die neue Börse ist ganz ausdrücklich keine Initiative aus der Privatwirtschaft, sondern von der kommunistischen Staatsführung gewollt und vorangetrieben. Und zwar mit großem Tempo: Erst Anfang September hatte Staats- und Parteichef Xi Jinping angekündigt, dass nun auch in Peking Aktien gehandelt werden sollen.

Die chinesische Hauptstadt ist der nun dritte Börsenplatz in Festlandchina, nach Shanghai und Shenzhen. Dazu kommt die Börse in der Sonderverwaltungsregion Hongkong, die allerdings nicht mit denen in Festlandchina vergleichbar ist. Die traditionsreiche Hongkonger Wertpapierbörse ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der internationalen Finanzmärkte. Die Börsen in Shanghai und Shenzhen hingegen sind nur relativ schwach vernetzt mit dem Ausland. Auch sind sie nach wie vor nicht besonders wichtig für institutionelle Anleger.

Börse in Peking international vorerst unbedeutend

Auch der neue Börsenplatz in Peking wird international zunächst eine untergeordnete Rolle spielen. Umso bedeutender sei er aber für China selbst, sagt Ye Tan, Ökonomin und Gründerin einer Unternehmensberatung in Shanghai. "Die neue Börse hat massives Potenzial. Mehr als 1000 Firmen stehen bereit für eine Notierung in Beijing."

Los ging es heute früh an der neuen chinesischen Börse mit deutlich weniger Unternehmen: Zunächst sind rund 70 Firmen gelistet.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 15. November 2021 um 09:41 Uhr.