Arbeiterinnen sortieren Avocados in Transportkisten. | dpa

Drohung gegen US-Kontrolleur USA stoppen Avocado-Importe aus Mexiko

Stand: 14.02.2022 10:00 Uhr

Die USA führen vorerst keine Avocados aus Mexiko mehr ein - ein US-Sicherheitskontrolleur hatte einen Drohanruf erhalten. Das lukrative Geschäft mit der Frucht ist offenbar ins Visier der Drogenkartelle geraten.

Der weltgrößte Avocado-Produzent Mexiko darf nach eigenen Angaben "bis auf weiteres" keine Avocados mehr in die USA liefern. Wie aus einer Mitteilung des mexikanischen Landwirtschaftsministeriums hervorging, stoppte der nördliche Nachbarstaat die Einfuhr, nachdem ein US-Kontrolleur für Tier- und Pflanzengesundheit im mexikanischen Bundesstaat Michoacán einen Drohanruf bekam.

Bereits 2019 hatte das US-Landwirtschaftsministerium Bedenken über die Sicherheit ihrer Kontrolleure in Michoacán angemeldet, nachdem ein Team von ihnen von Bewaffneten überfallen worden war.

US-Kontrolleure untersuchen Avocado-Plantagen in Mexiko, um sicherzugehen, dass keine Schädlinge in die Vereinigten Staaten gelangen. Der Importstopp wurde ausgerechnet am Wochenende des Football-Finales Super Bowl bekannt, an dem besonders viele Menschen in den USA traditionell die Avocado-Creme Guacamole zubereiten.

Mexiko in der Rezession

Der Importstopp trifft Mexiko zu einem heiklen Zeitpunkt. Das Land hat derzeit mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Mexiko ist Ende des vergangenen Jahres in die Rezession gerutscht. Davon sprechen Ökonomen, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander schrumpft.

In der vergangenen Woche hatte die mexikanische Notenbank wegen der hohen Inflation den Leitzins auf sechs Prozent heraufgesetzt. Es war die sechste Erhöhung in Folge. In Mexiko war die annualisierte Inflationsrate zuletzt auf mehr als sieben Prozent gestiegen.

Revierkämpfe der Drogenkartelle

Mexiko ist der weltgrößte Produzent von Avocados. In den vergangenen sechs Wochen hatten Produzenten aus Michoacán dem Landwirtschaftsministerium zufolge 135.000 Tonnen in die USA exportiert. Jedes Jahr werden in Mexiko rund 1,5 Millionen Tonnen Avocados geerntet.

Michoacán hat als einziger Bundesstaat Mexikos die komplette Freigabe für Exporte in die USA. Wie das ganze Land leidet Michoacán unter vielen Gewalttaten. Dort liefert sich das Jalisco-Drogenkartell einen Revierkrieg mit anderen Verbrecherbanden. Die Kartelle und Banden sind in Drogenhandel oder Entführungen verwickelt und liefern sich Verteilungskämpfe. Auch das lukrative Avocado-Geschäft ist dabei ins Visier der Kartelle geraten. Die mexikanische Regierung schickte vergangene Woche rund 1000 Soldaten nach Michoacán.