Chinesische Mitarbeiter einer Fahrzeugfabrik in Changchun | picture-alliance / dpa/dpaweb

Zukunft der Lastwagen Chinas Traum vom automatisierten Lkw

Stand: 23.08.2021 18:59 Uhr

Der Lkw-Absatz in China floriert. Dazu trägt die Förderung sparsamerer Dieselmotoren bei. Die Forschung im Land konzentriert sich nicht auf Elektro-Lastwagen, sondern auf automatisiertes Fahren.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Der größte Lkw-Hersteller in China ist der Staatskonzern Di Yi Qiche Jituan, was wörtlich übersetzt einfach heißt "Autohersteller Nummer eins". Der internationale Markenname der Firma ist FAW. Überall in der Volksrepublik und auch in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern sind die Trucks mit dem auffälligen FAW-Logo auf dem Kühlergrill unterwegs.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Lkw-Geschäft boomt

Das Geschäft von FAW und auch das der anderen meist staatlichen Lkw-Hersteller in China boomt. Denn erstens wächst die Wirtschaft in der Volksrepublik nach wie vor deutlich stärker als in den meisten anderen Staaten der Welt - das befördert den Absatz von Lkw. Und zweitens unterstützen einige Regionalregierungen in China Speditionen mit Geld, wenn sie sich neue sauberere Lkw kaufen. Auch das steigert den Absatz.

Saubere Lkw bedeutet in China: sparsamere, effizientere Diesel-Motoren. An der Elektrifizierung der Lkw-Flotte wird zwar geforscht, großes Thema ist sie aber nicht. Mit einer Ausnahme: Kleine, zweiachsige Lkw sind in vielen städtischen Regionen Chinas schon seit mehreren Jahren oft elektrisch unterwegs. Diese leisen, akkubetriebenen Elektro-Lkw beliefern etwa Supermärkte oder den Einzelhandel in chinesischen Großstädten.

Viele Städte für 40-Tonner gesperrt

Große 40-Tonner dürfen in die meisten Städte in China gar nicht reinfahren, egal, wie sie angetrieben werden. Deswegen sieht man etwa in Shanghai, Peking oder Guangzhou viel weniger Lkw im Alltag als in München, Berlin oder Hamburg.

Das große Ding in der chinesischen Lkw-Industrie ist das Thema Automatisierung. Chinesische Startups wie "TuSimple" oder "Plus AI" entwickeln Software und Algorithmen, damit sich Lkw künftig möglichst fahrerlos von A nach B bewegen können. Das soll Kosten sparen und wegen größerer Effizienz auch die Umwelt schonen.