Das Logo des Internationalen Währungsfonds (IWF) an dessen Hauptsitz in Washington. | dpa

Weltwirtschaft IWF erwartet für 2022 weniger Wachstum

Stand: 25.01.2022 16:14 Uhr

Lieferkettenprobleme, die hohe Inflation sowie die Folgen der Omikron-Welle bremsen hartnäckig die konjunkturelle Erholung. Der Internationale Währungsfonds senkte nun seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr.

Auch wenn sich die direkten Auswirkungen der Omikron-Welle noch in Grenzen halten - lasten die Folgen der Corona-Krise wie brüchige Lieferketten, eine hohe Teuerung und Rekordschulden unverändert auf der Weltwirtschaft und dämpfen deren Erholung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor diesem Hintergrund nun seine Konjunkturprognose nach unten korrigiert. Die globale Wirtschaft wird demnach 2022 um geschätzte 4,4 Prozent wachsen. Das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als noch im Oktober angenommen.

USA und China bringen weniger Schub

Für die USA, die weltgrößte Volkswirtschaft, hat die in Washington ansässige Organisation ihre Wachstumsprognose um 1,2 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent gekappt. Als Grund dafür nennt der IWF vor allem das Scheitern eines billionenschweren staatlichen Investitionspakets im US-Kongress. Für China, die zweitgrößte Volkswirtschaft, wurde die Prognose um 0,8 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent gesenkt. Als Grund dafür führt der IWF die Probleme des Immobiliensektors, Corona-Auflagen und eine geringere Kauflust der Verbraucher an.

Die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland in diesem Jahr senkte der IWF auf 3,8 Prozent, 0,8 Prozentpunkte weniger als zuletzt vorhergesagt.

Inflationsprognose deutlich erhöht

Die Inflation, die wegen der Lieferschwierigkeiten hoher Energiepreise und Lieferschwierigkeiten in vielen Branchen zuletzt sprunghaft gestiegen ist, dürfte zumindest 2022 noch hoch bleiben. Der IWF geht nun für die Industriestaaten von einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,9 Prozent aus. Das ist im Vergleich zum Oktober eine Erhöhung um 1,6 Prozentpunkte. In Entwicklungs- und Schwellenländern soll die Teuerungsrate 2022 im Schnitt bei 5,9 Prozent liegen - ein Plus von einem Prozentpunkt.

Grundsätzlich rechnet der IWF wegen der aktuellen Omikron-Welle mit einem schwachen Start für die Wirtschaft. Im Jahresverlauf sollte sich die Lage aber schrittweise bessern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Januar 2022 um 17:08 Uhr.