Kunden laufen durch ein Einkaufszentrum in New York | AFP

Teuerung von 8,5 Prozent US-Inflation auf höchstem Stand seit 1981

Stand: 12.04.2022 16:26 Uhr

Die Verbraucherpreise in den USA sind im März so stark gestiegen wie seit über 40 Jahren nicht mehr. Dabei spielen die Ölpreise eine wichtige Rolle. Die US-Notenbank wird mit Zinserhöhungen reagieren.

Die Inflation in den USA hat sich im März weiter beschleunigt. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,5 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das ist die höchste Inflationsrate seit Dezember 1981, also seit etwas mehr als 40 Jahren. Im Februar hatte die Rate 7,9 Prozent betragen.

Materialengpässe und rasant steigende Energiekosten infolge des Ukraine-Krieges heizen die Teuerung an. Die stärksten Preistreiber waren nach Angaben des Ministeriums Kraftstoffe, Mieten und Lebensmittel. Allein die Benzinpreise stiegen im Monatsvergleich um 18,3 Prozent und sind damit für mehr als die Hälfte des Anstiegs verantwortlich. Die Preise anderer Energieträger erhöhten sich ebenfalls deutlich.

Kaum Entspannung am Rohstoffmarkt erwartet

Die Kernrate der Inflation, also ohne Energie und Nahrungsmittel, stieg im Jahresvergleich um 6,5 Prozent. "Ob die Inflationsrate im März ihren Gipfel erreicht hat, hängt vor allem von der weiteren Preisentwicklung bei Öl und Benzin ab", sagte Ökonom Christoph Balz von der Commerzbank. "Sollte der Ölpreis auf dem jetzigen Niveau von um die 100 Dollar je Barrel Brent verharren und nicht wieder steigen, liegt der Inflationshöhepunkt wohl hinter uns." Die Bestrebungen des Westens, auf Öleinfuhren aus Russland zu verzichten, lassen aber in den nächsten Monaten kaum Entspannung am Ölmarkt erwarten.

Das Inflationsziel der US-Notenbank Federal Reserve von zwei Prozent wird schon seit längerem deutlich überschritten. Die Fed hat bereits ihre Entschlossenheit bekundet, ihren geldpolitischen Kurs erheblich zu verschärfen. Im März hatte sie erstmals seit 2018 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

An den Finanzmärkten werden allein für dieses Jahr Zinsanhebungen von mehr als zwei Prozentpunkten erwartet. Die meisten von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen erwarten im Mai und Juni außergewöhnlich kräftige Erhöhungen um jeweils einen halben Prozentpunkt. Das wäre der steilste Zinsanstieg seit 1994. Außerdem will die Fed ihre billionenschwere Bilanz bald zügig abschmelzen, indem sie von ihr gehaltene Wertpapiere verkauft. Das nächste turnusgemäße Treffen der US-Geldpolitiker findet am 3. und 4. Mai statt.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 12. April 2022 um 16:13 Uhr.