Ein Kunde vergleicht das Angebot in einem Supermarktregal. | picture alliance / VXP

Steigende Preise Zehn Prozent Inflation in Großbritannien

Stand: 17.08.2022 11:05 Uhr

Die Verbraucherpreise im Vereinigten Königreich steigen noch schneller. Die Inflationsrate ist inzwischen so hoch wie zuletzt vor mehr als 40 Jahren. Vor allem Lebensmittel verteuern sich rapide.

Großbritannien hat mit einer immer höheren Inflationsrate zu kämpfen. Im Juli erhöhten sich die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,1 Prozent, wie das Office for National Statistics (ONS) mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Beginn der Erfassung 1997. Laut einer Rückrechnung des ONS dürfte die Inflation zuletzt Anfang 1982 höher gelegen haben. Im Juni hatte die Inflation noch bei 9,4 Prozent gelegen.

Nicht alles wurde teurer

Im Monatsvergleich stiegen vor allem die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sowie die Transportkosten. Kleidung und Schuhe wurden hingegen billiger. Stark zur enormen Teuerung tragen auch in Großbritannien die hohen Energiepreise bei.

Die hohe Inflation setzt die britische Notenbank unter Druck. Die Bank of England hat ihren Leitzins seit November mehrmals auf inzwischen 1,75 Prozent angehoben - zuletzt mit dem größten Zinsschritt seit 27 Jahren. Mit höheren Zinsen wollen die Währungshüter verhindern, dass sich Löhne und Preise gegenseitig hochschaukeln. Auch droht dem Land eine schwere Wirtschaftskrise. Zum Jahresende könnte Großbritannien in die Rezession kippen.

"Die Inflation unter Kontrolle zu bringen, ist für mich oberste Priorität", sagte Finanzminister Nadhim Zahawi. Neben einer unabhängigen Geldpolitik seien nun auch verantwortungsvolle Steuer- und Ausgabeentscheidungen wichtig sowie Reformen zur Förderung von Produktivität und Wachstum.

Über dieses Thema berichtete NDR Info in den Wirtschaftsmeldungen am 12. August 2022 um 17:00 Uhr.