Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff der Konzerne BioNTech und Pfizer. | via REUTERS

Weltweite Impfstoff-Produktion Mehr als elf Milliarden Dosen gegen Corona

Stand: 17.12.2021 11:04 Uhr

Die meisten Impfstoffe zur Bekämpfung der Pandemie sind 2021 in China und Europa hergestellt worden. Rechnerisch hätte jeder Mensch mindestens eine Dosis erhalten können. Tatsächlich ist die Verteilung sehr ungleich.

Die meisten Impfstoffe gegen das Coronavirus werden in China und Europa produziert. Das geht aus Analysen des Datenverarbeiters Airfinity hervor, der seine Berechnungen zusammen mit dem Pharmaverband IFPMA in Genf präsentierte. Bislang wurden in den beiden Weltregionen mehr als 6,8 Milliarden Dosen hergestellt.

Airfinity schätzt die globale Produktion allein in diesem Dezember auf insgesamt 1,4 Milliarden. Damit hat die Pharmaindustrie den Berechnungen zufolge seit Beginn des Jahres weltweit gut elf Milliarden Dosen zur Verfügung gestellt. Bei gleichbleibender Produktion würden bis Ende Juni 2022 weitere fast neun Milliarden Dosen produziert, so die Analyse.

Inzwischen mehr Spenden

Von den gut elf Milliarden bereits produzierten Dosen wurden rund 4,5 Milliarden in China hergestellt, knapp 2,3 Milliarden im europäischen Wirtschaftsraum, knapp 1,6 Milliarden in Indien und knapp 950 Millionen in den USA. Der britische Dienst Airfinity wertet für seine Analysen Unternehmens- und Wissenschaftsdaten aus.

Bei einer Weltbevölkerung von annähernd acht Milliarden ergäben die gut elf Milliarden Dosen rein rechnerisch für jeden Menschen mindestens eine Dosis Corona-Impfstoff. Tatsächlich ist die Verteilung aber sehr ungleich - insbesondere zwischen den reichen Industrienationen und armen Ländern. Allerdings spenden reiche Länder inzwischen deutlich mehr Impfdosen als Anfang des Jahres, als die Impfstoffe frisch auf den Markt kamen.

Impfquote unter zehn Prozent in vielen Ländern

Der Untersuchung zufolge haben inzwischen 57 Prozent der Menschen weltweit mindestens eine Impfdosis erhalten. Doch in 41 Ländern - überwiegend in Afrika - sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht einmal zehn Prozent der Bevölkerung geimpft.

Dass in so vielen Ländern erst wenige Menschen geimpft seien, liege nicht daran, dass es zu wenig Impfstoff gebe, erklärte Michelle McMurry-Heath, Präsidentin des Biotechfirmen-Verbandes Biotechnology Innovation Organization (BIO). Vielmehr hätten zahlreiche Staaten Probleme, in Impfprogramme aufzulegen. Auch sei Skepsis gegenüber der Impfung auch global ein Problem.